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Im Internet gibt es unzählige Artikel zum Thema Bewerbung. Wir haben für euch bei einer Expertin nachgefragt. Magdalena Ljuna ist Ausbildungsleiterin bei der Lebensversicherung von 1871 a.G. München und betreut derzeit mehr als 20 Azubis. Im Beitrag hat sie uns verraten, was ihr bei Bewerbungen besonders wichtig ist.

Der Bewerbungsprozess verändert sich

Der erste Eindruck zählt. Diesen Satz hat wohl jeder schon einmal gehört. Gerade bei Bewerbungen sollte man dies aber nicht vergessen. In den meisten Fällen findet der erste Kontakt mit einem Unternehmen nicht persönlich statt, sondern über die Bewerbungsunterlagen. Wer sich hier Mühe gibt, sticht heraus und sichert sich gute Chancen auf ein Vorstellungsgespräch.

Früher legten Unternehmen großen Wert darauf, dass sich Bewerber in einem Anschreiben selbst vorstellen. Mittlerweile verzichten einige Personaler komplett darauf, da sich der Bewerbungsprozess immer mehr automatisiert und die Unterlagen online eingereicht werden. Falls ihr eure Bewerbung per Mail verschickt, werdet ihr trotzdem mit einem kurzen Anschreiben starten. Eure eigentliche Bewerbung befindet sich zwar im Anhang, aber eine komplett leere Mail solltet ihr trotzdem nicht versenden. Hier genügt meistens ein kurzer Dreizeiler mit der Info, um welche Stelle es sich bei der Bewerbung handelt.

Magdalena Ljuna ist seit 2015 Ausbildungsleiterin bei der Lebensversicherung von 1871 a.G. München und hat bereits unzählige Bewerbungen für Ausbildungsstellen bekommen. Viele Bewerber erstellen einen einzigen Entwurf und schicken ihn an mehrere Firmen – was auch in Ordnung ist. Man sollte aber darauf achten, den richtigen Ansprechpartner zu nennen. „Wir haben in den vergangenen Jahren einige Bewerbungen bekommen, die eigentlich an andere Unternehmen adressiert waren. Das hinterlässt keinen guten Eindruck. Solche Fehler solltet ihr vermeiden. Kontrolliert eure Unterlagen und Mails lieber mehrmals, bevor ihr sie abschickt.“

Mit einem ausführlichen Lebenslauf könnt ihr punkten

Bei Bewerbungen ohne Anschreiben liegt das Hauptaugenmerk auf dem Lebenslauf. Neben dem Inhalt ist dabei auch die Optik entscheidend. Wer sich nicht an eigenes Design heranwagen will, kann auf Vorlagen aus dem Internet zurückgreifen.

Zu Beginn des Lebenslaufs sollten auf jeden Fall Name, Anschrift und Kontaktdaten stehen. Ob Bewerber ein Foto einfügen sollten oder nicht ist ein umstrittenes Thema. Mit einem sympathischen Foto könnt ihr bei vielen Unternehmen trotzdem punkten. Direkt nach dem Schulabschluss wird der Lebenslauf noch eher kurz ausfallen. Die bisherige Schullaufbahn und Interessen dürfen dabei aber nicht fehlen. Zusätzliche Fähigkeiten wie Fremdsprachenkenntnisse, Computerkenntnisse oder Praktikumserfahrungen solltet ihr auf jeden Fall erwähnen.

Eure Bewerbung ist damit fast fertig. Zeit für den Feinschliff. Lasst die komplette Bewerbung noch einmal von Eltern oder Freunden Korrekturlesen. Ein Tippfehler kann vorkommen. Wenn sich die Fehler aber häufen, wirkt eure Bewerbung schnell unprofessionell. Dazu kann übrigens auch eure E-Mail-Adresse beitragen. Mit vorname.nachname@xyz.de seid ihr auf der sicheren Seite. Oder würdet ihr LovePrince@xyz.de als angehenden Versicherungskaufmann einstellen?

Jetzt fehlen nur noch die Anhänge. Eure Zeugnisse und sonstige Dokumente solltet ihr vorbereiten und ordentlich einscannen. Speichert eure kompletten Bewerbungsunterlagen am besten als PDF-Datei. Dann kann sich auch bei einem Versand per Mail nichts an der Formatierung ändern.

Noten sind nicht alles

Bei vielen Studiengängen sind Noten das wichtigste Kriterium, um angenommen zu werden. Bei Berufsausbildungen ist das anders. Natürlich spielen Noten auch hier eine Rolle. Sie zeigen zum einen, ob ihr in der Lage seid in der Berufsschule mitzukommen. Auf der anderen Seite können Personaler daraus auf eure Stärken und Interessen schließen.

Wichtiger ist für viele Unternehmen aber die Persönlichkeit der Bewerber. Eine Ausbildung dauert im Normalfall zwischen zwei und drei Jahren. Ausbilder achten deshalb besonders darauf, wie gut sich jemand in das Team integrieren und mit der Firmenkultur identifizieren kann. Wenn die Chemie nicht stimmt, sollten auch die Bewerber überlegen, ob eine Ausbildung bei dieser Firma sinnvoll ist. In der Ausbildung wollt ihr schließlich Lernen und euch weiterentwickeln – und das geht am besten, wenn ihr euch am Arbeitsplatz wohlfühlt.

Die Auswahl der Auszubildenden erfolgt also nicht nur aufgrund der Zeugnisse. Für Magdalena Ljuna ist es wichtig, dass ihre Azubis aufgeschlossen, wissbegierig und engagiert sind. Sie freut sich besonders über Bewerber, die ihre Ausbildung gerne aktiv mitgestalten wollen.

Gut vorbereitet im Vorstellungsgespräch

Im Vorstellungsgespräch bekommt ihr endlich die Chance, das Unternehmen persönlich kennenzulernen. Viele Bewerber sind vor einem Vorstellungsgespräch nervös, da dieser Termin über ihre berufliche Zukunft entscheidet.

Auf ein Bewerbungsgespräch kann man sich jedoch vorbereiten. Es geht hauptsächlich darum, dass ihr euch selbst möglichst gut verkauft. Ein gepflegtes Auftreten ist dabei ein guter Anfang. Wählt für den Termin ordentliche Kleidung – aber denkt daran, dass ihr euch darin auch wohlfühlen sollt.

Das Gespräch startet oft mit einer kurzen Präsentation über euch selbst. Danach folgen Fragen der Gesprächspartner. Überlegt euch im Voraus Antworten. Es kann nie schaden, wenn ihr euch über eure persönlichen Stärken und Schwächen Gedanken macht. Meist ergeben sich die Fragen aus dem Gespräch heraus. Versucht einfach Ruhe zu bewahren und euch nicht zu verstellen. Gegen Ende des Gesprächs bekommen Bewerber die Möglichkeit selbst Fragen zu stellen. Überlegt euch einige Dinge, die ihr gerne wissen würdet. So zeigt ihr Interesse an der Ausbildungsstelle.

Oftmals folgen auf das eigentliche Gespräch ein Einstellungstest und eine Führung durch das Unternehmen. Ausbildungsleitern ist bewusst, dass angehende Azubis nur wenige Erfahrungen mit Bewerbungsgesprächen haben. Um euch die Angst zu nehmen, schicken sie meistens schon in der Einladung einen groben Plan für den Bewerbungstermin mit. Euch erwarten also keine bösen Überraschungen.


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