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Als persönliche Lebensumstände gelten: Beruf, Vermögen, Familienstand und die Person inklusive Gesundheit und Neigungen. Wir möchten diese mit der Frage nach Wohnung oder Haus in Verbindung bringen. Unabhängig von der Wahl zwischen Kauf oder Miete.

Lebensumstände und Wohnlagen: im Allgemeinen

Je weiter man sich dem Zentrum einer Stadt oder eines Stadtteils nähert, desto höher wird der Anteil von Wohnungen gegenüber Einfamilienhäusern. Ein altes Immobilien-Sprichwort dazu, was bei der Auswahl wichtig ist, sagt: „Erstens die Lage! Zweitens die Lage! Drittens die Lage!“ Und die Qualität der Wohnlagen in den Städten ändert sich. Das kann langsame Veränderungen bedeuten, die über Jahrzehnte stattfinden. So zeigt eine aktuelle Studie der Bertelsmann-Stiftung: Die Unterschiede zwischen stark bewohnten Gegenden und Gegenden mit abwandernder Bevölkerung wird wachsen.

Andere Veränderungen gehen vergleichsweise kurzfristiger voran. Ein Stichwort, das in diesem Zusammenhang immer öfter auftaucht, ist: Gentrifizierung. Die kann schon zu Beginn des Prozesses strukturelle große Veränderungen auf allen Ebenen bedeuten – weg von einer heterogenen zu einer homogenen Bevölkerungsstruktur. Mit allen Folgen für den lokalen Handel oder das lokale, kulturelle Angebot oder die Verkehrsanbindungen.

Hinsichtlich der Unterscheidung zwischen Wohnung und Haus lassen Dynamiken wie die beiden genannten den Schluss zu, dass Menschen, die das Modell Wohnung bevorzugen, mit eher schnellen Veränderungen kalkulieren müssen, als Menschen, die das Leben in einem Einfamilienhaus favorisieren.

Lebensumstände und Wohnlagen: im Speziellen

Bei der Wahl der Wohnimmobilie hat ihre Lage auch im Speziellen immer einen Bezug zu den Lebensumständen. Eine innerstädtische Wohnlage bedeutet in der Regel eine bessere Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr sowie eine größere Nähe zu Geschäften, medizinischer Versorgung, Dienstleistungen, Bildungs- und Kultureinrichtungen. Menschen, für die diese Faktoren wichtig oder unverzichtbar sind, werden im Zweifel eher zu Modell Wohnung tendieren.

An diesem Punkt zeigt sich, dass man Lebensumstände für sich gewichten und Kompromisse eingehen muss, wenn man vor der Entscheidung steht: Haus oder Wohnung.

Grundsätzliche Unterschiede von Haus und Wohnung

Auch unabhängig von der Frage Mieten oder Kaufen kann man wirtschaftliche Lebensumstände nicht unberücksichtigt lassen. Denn Einfamilienhäuser haben hierzulande oft deutlich mehr Wohnfläche als Wohnungen und sind entsprechend teurer.

Auch die Unterhaltskosten für Wohnung und Haus unterscheiden sich grundsätzlich. Ein Einfamilienhaus hat vier Außenwände, eine Wohnung im Normalfall zwei. Die steigenden Kosten für Heizung und Warmwasser machen einen großen Unterschied aus – egal ob gemietet oder gekauft. Die Lebensumstände müssen also bei Bewohnern eines Einfamilienhauses in der Regel wirtschaftlich etwas besser sein, wenn man bei gleicher Bausubstanz vergleicht.

Unterschiede als Frage der Perspektive

Abgesehen davon und abgesehen von der Lage der Immobilie liegen die größten Unterschiede in dem Umstand, in einer Wohnung Tür an Tür mit Nachbarn zu leben.

Das eigene Verhältnis zu menschlicher Nähe wirkt sich nicht selten ganz besonders auf die Entwicklung der Persönlichkeit aus. Wir wollen hier nicht primär nach Vorteil oder Nachteil aufteilen. Ihre persönliche Sichtweise wertet in die eine oder andere Richtung. Aber folgende Aspekte sind grundsätzlicher Natur:

Wohnung

  • Tür an Tür bekommt man von Nachbarn akustisch mehr mit, als wenn zwei Grundstücksteile dazwischenliegen. Als Bewohner eines Mehrfamilienhauses müssen sie entsprechend auch mehr „Störungen“ in Kauf nehmen.
  • In Mehrfamilienhäusern gibt es eine Hausordnung. Egal ob Mieter oder Eigentümer – sie müssen sich mit anderen Bewohnern einigen.
  • Geteiltes Leid ist halbes Leid. Geht etwas am Haus kaputt, sind Sie nie der Einzige, der reagieren muss. Handwerkertermine und ähnliches können untereinander abgestimmt werden.
  • Das Potenzial einer Hausgemeinschaft kann besonders im Alter sehr an Bedeutung gewinnen. Diese menschliche Nähe kann natürlich auch gegenteilig ausfallen. Je näher man miteinander lebt, desto intensiver sind Zu- und Abneigung.
  • Der Lebensbereich ist auf die eigenen vier Wände und eventuell noch einem Balkon beschränkt. Bei Gemeinschaftsflächen etwa in einem Garten oder Hof teilt man ihn zwangsläufig.
  • Eine Wohnung erlaubt vergleichsweise weniger individuellen Gestaltungsspielraum. Alles außerhalb der vier Wände kann nur in Abstimmung mit den Nachbarn mitgestaltet werden, etwa ein Gemeinschaftsgarten. Das bedeutet umgekehrt aber auch weniger Verantwortung.

Haus

  • Der Lebensbereich im Einfamilienhaus ist meistens nicht auf eine Etage beschränkt, sondern hat zumindest Keller oder Dachgeschoss als Ausweichmöglichkeiten.
  • Nicht unüblich ist bei Einfamilienhäusern zumindest ein kleiner Garten oder eine Terrasse – größer als die meisten Balkone.
  • Je nachdem ob Eigentümer oder Mieter, bei Schäden am Haus ist man alleiniger Leidtragender bis der Schaden behoben ist.
  • Bei vergleichbaren Bausubstanzen erlaubt ein Einfamilienhaus den Bewohnern mehr Freiheit im Sinne von Lärm – sei es Musik, eigenes Musizieren, Handwerken oder ähnliches.
  • Die Hausordnung wird nur von einer Partei festgelegt.
  • Ein Haus lässt im Normalfall vergleichsweise mehr individuellen Gestaltungsspielraum für die Bewohner zu. Alleine schon, wenn ein Garten vorhanden ist.

Sonderfall Familienstand

Der Familienstand mit Kindern nimmt eine Sonderrolle im Leben ein, denn dieser Zustand verändert die Strukturen der Familie zumindest zweimal grundlegend. Zum ersten Mal mit der Geburt und zum zweiten Mal mit dem Auszug des Kindes oder der Kinder.

Kinder verändern ein Leben so ziemlich grundsätzlich. Im Normalfall verändert es die Persönlichkeit vor allem hinsichtlich Verantwortungsbewusstsein und perspektivischem Denken. Das wirkt sich auch abseits der Entfernungen zu beispielsweise Betreuungs- und Bildungseinrichtungen auf die Frage ob Wohnung oder Haus aus.

Ein Wohnraum, der hinsichtlich der Größe auf Kinder ausgerichtet ist, wird nach deren Auszug zumindest erst einmal ungenutzte Bereiche aufweisen. Dann tauchen oft Fragen auf wie: Die Kinder sind raus, was machen wir jetzt mit dem großen Haus? Der Wohnraum erfüllt plötzlich ganz andere Bedürfnisse und ist in mancher Hinsicht vielleicht unwichtig geworden.

Bauchentscheidung beim Kauf

Viele seriöse Experten und Verbände weisen heute auf die Bedeutung der „Bauchentscheidung“ beim Immobilienkauf hin. Das mag insofern überraschen, als dass etwa ein Lebensumstand wie das eigene Vermögen beim Immobilienkauf eine deutlich größere Rolle spielt, als bei der Anmietung einer Immobilie.

Die persönliche Bindung zu einer gekauften Immobilie ist fast immer intensiver als zu einer gemieteten. Und das, obwohl Immobilien normalerweise über Kredite finanziert werden, also für lange Zeit erst noch jemand anderem gehören, nämlich der Bank.

Die Unterschiede zwischen Wohnung im Mehrfamilienhaus und Einfamilienhaus gleichen sich in den meisten Bereichen unabhängig davon, ob gemietet oder gekauft. Auch in Bezug auf Vermögensbildung sind die Unterschiede hierbei zu gering, um eine Seite eindeutig als die Vorteilhaftere zu bezeichnen.

Ausblick

Im Jahr 2020 ist in Bezug auf sämtliche Lebensumstände ein neuer Faktor aufgetreten: eine globale Pandemie. Es ist anzunehmen, dass sich dieses Ereignis auch auf den Immobilienmarkt auswirkt – nur in welcher Intensität, kann noch nicht seriös skizziert werden.

Aber nehmen wir alleine den Lebensumstand Beruf heraus. Arbeit unabhängig vom Arbeitsplatz ist ein Modell, das erst mit der Digitalisierung gesamtgesellschaftlich relevant geworden ist. Im Zuge der Pandemie ist es nicht selten zu einer Frage des Überlebens von Unternehmen geworden, für den Bestand unzähliger Arbeitsplätze und für die Lebensplanung weiter Teile der Bevölkerung. In manchen Branchen könnte der Arbeitsstandort entscheidend an Bedeutung verlieren – und damit auch Faktoren wie Entfernung zum Arbeitsplatz, das Zusammenleben in der Familie oder die Lage der Immobilie. Und das alte Immobilien-Sprichwort gilt dann vielleicht nicht mehr.


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