1 Suchergebnisse gefunden

Alkohol ist ein so omnipräsenter und sichtbarer Bestandteil unserer Alltagswelt, wie sonst kaum eine andere Droge. Vom Frühschoppen bis zum Feierabendbier, vom Vorglühen bis zum Verdauungsschnaps: Der Konsum von alkoholischen Getränken ist fest mit vielen Ritualen verknüpft. Angesichts dieser verbreiteten und gesellschaftlich akzeptierten Trinkkultur, stellt sich allerdings die Frage: Wie gesund oder ungesund ist das tatsächlich für den Körper? Was muten wir unserem Organismus zu, wenn wir nicht nur einmal die Woche, sondern täglich Alkohol trinken? Und ab wann ist man kein Genusstrinker mehr, sondern ein Abhängiger?

Die Dosis macht (fast) immer das Gift

Anfangs scheint alles noch in Ordnung zu sein, ja, sogar mehr als „nur in Ordnung“: Nach den ersten Schlucken stellt sich bei vielen Menschen eine Lockerheit und Entspanntheit ein, die Kontaktfreudigkeit und Offenheit nimmt zu. Dafür verantwortlich ist die Wirkweise des Alkohols in unserem Gehirn, die den Botenstoffwechsel stark beeinflusst und die Signalverarbeitung hemmt.

Das Resultat davon: Der hemmende Botenstoff Gamma-Amino-Buttersäure (kurz: GABA) bindet vermehrt Nervenzellen, während das anregende Glutamat an weniger Nervenzellen andockt. Im sozialen Miteinander macht sich das durch weniger Hemmungen der Betroffenen bemerkbar, die dann in all die positiv wahrgenommenen Begleiterscheinungen von Alkohol übergeht: Offenheit, Unbeschwertheit, weniger Sorgen und Ängste. Aber schon nach den ersten Schlucken setzt der Alkohol sein zerstörerisches Potential im Körper frei.

Frau schüttet Wein in Glas

Zwar streitet die Wissenschaft noch immer darüber, ob Alkohol grundsätzlich oder erst ab einer gewissen Dosis wirkliche Schäden im Körper anrichtet. Klar ist aber: Alkohol ist eine Belastung für den menschlichen Organismus – und das an gleich mehreren Stellen.

Da wären zum Beispiel Leberschäden, die häufigste direkte Ursache von regelmäßigem Alkoholkonsum. Als Entgifter des Körpers ist die Leber hauptverantwortlich dafür, den Alkohol im Blut abzubauen. Ihre Enzyme zerlegen das Zellgift Ethanol in seine Hauptbestandteile, bis nur noch Kohlendioxid und Essigsäure übrig bleiben – zwei Stoffe, die für den Körper harmlos sind. Dabei entsteht allerdings ein Zwischenprodukt, das für den Körper noch schädlicher ist, als Alkohol selbst: Acetaldehyd.

Forscher sagen, dass ab 40 Gramm Alkohol pro Tag – also etwa zwei Halbe Bier oder zwei Viertel Wein – die Leber langfristige Schäden davonträgt. Der weibliche Körper verträgt sogar nur die Hälfte dieser Mengenangaben, bis die Leber schwer in Mitleidenschaft gezogen wird. Dann nämlich bringt die Menge an Gift im Körper die Leber aus dem Takt, die bis zu diesem Zeitpunkt bereits angeschwollen ist, um den Alkoholabbau im Blut überhaupt noch gewährleisten zu können. Ist dieser Punkt erreicht, verfettet die Leber und bildet Bindegewebe, die die Leber in ihrer Leistungsfähigkeit behindern. Das wiederum bringt Stoffwechsel und Hormonhaushalt des Körpers durcheinander, ein Leberversagen oder Leberkrebs drohen als weitere, mögliche Konsequenzen.

Doch täglicher Alkoholkonsum kann noch mehr Schäden nach sich ziehen. Die Bauchspeicheldrüse neigt zu erhöhtem Entzündungsrisiko, was mit großen Schmerzen für den Betroffenen verbunden ist. Eine Zuckerkrankheit und schwere Verdauungsschwierigkeiten drohen als Langzeitschäden.

Generell steigt das Krebsrisiko im Körper, sowie die Wahrscheinlichkeit, unter Herzrhythmusstörungen und Herzschwäche zu leiden. Nicht zuletzt tragen auch die Nervenzellen im Gehirn bei jedem Glas Bier, Wein und anderen Alkoholika schwere Schäden davon, die kurzfristig für Orientierungslosigkeit und Gedächtnislücken, langfristig Sprachfähigkeiten und das generelle Denkvermögen in Mitleidenschaft ziehen können.

Die mentale Gesundheit nimmt schwere Schäden

Auch wenn die letzte Flasche verschlossen und die Feiergesellschaft zu Bett gegangen ist, wirkt der Alkohol noch weiter nach. Der Schlafrhythmus wird gestört, die wichtige REM-Phase oder „Traumphase“ ist erheblich verkürzt, die Tiefschlafphasen hingegen verlängert. Das führt zu insgesamt weniger Erholung im Schlaf und lässt Trinkfreudige auch am nächsten Tag noch schlapp und müde fühlen. Dazu kommt der Verlust wichtiger Mineralstoffe, die während des Gelages mit dem Alkohol herausgespült wurden, und zum berüchtigten „Kater“ führen.

Neben diesen sichtbaren Schäden an Organen und Nervenzellen hinterlässt Alkohol aber auch Spuren, die nicht unmittelbar bemerkt werden. Durch den verwirrten Stoffwechsel und die übermäßige Ausschüttung des Wohlfühl-Hormons Dopamin während des Konsums klagen viele Menschen am Tag danach vom „Kater Blues“. Eine traurige Grundstimmung, die von melancholischen, trostlosen Gedanken und einer Motivationslosigkeit geprägt ist. Erst nach einigen Tagen verschwinden diese Symptome wieder.

Menschen mit psychischen Erkrankungen, deren Hormonhaushalt in vielen Fällen auch bereits ohne das Zutun von Alkohol aus dem Gleichgewicht geraten ist, können durch Alkoholkonsum in ein tiefes, emotionales Loch fallen. Hier wirkt Alkohol wie ein Katalysator für schlechte Gedanken oder sogar eine depressive Episode. Deswegen raten Therapeuten Menschen mit Depressionen grundsätzlich auch zu sparsamem oder gar keinem Alkoholkonsum.

Die Sucht droht jederzeit

Neben all den Nebenwirkungen lauert die wohl größte Gefahr von Alkohol in der Sucht selbst. Wann diese anstelle eines normalen und geregelten Trinkverhaltens tritt, muss jeder für sich entscheiden, doch es gibt einige Anhaltspunkte, die stark für ein Suchtverhalten sprechen:

  • Das Verlangen nach Alkohol ist groß, fast unbezwingbar und beherrscht alltägliche Gedanken
  • Der Alkoholkonsum kann in Menge und Dauer nicht mehr kontrolliert werden
  • Die Toleranz für Alkohol bis zum Auftreten erster Symptome dauert zunehmend länger
  • Heimliche Vorräte werden angelegt
  • Trinkverhalten bleibt von körperlichen Ausfällen oder Problemen im Sozialleben ungerührt

Wer sich hier angesprochen fühlt, sollte dringend darüber nachdenken, den Alkoholkonsum komplett einzustellen und für einige Zeit abstinent zu bleiben. Der Körper dankt es: Fast alle Schäden, die der Alkoholkonsum im Körper anrichtet, werden über Wochen und Monate wieder repariert. Nur das erhöhte Krebsrisiko, das bleibt – eine Erinnerung daran, dass Alkohol in erster Linie eben kein Genussmittel, sondern eine Droge ist, die Körper und Geist weitaus mehr schadet, als nutzt.

Sie benötigen Hilfe? Folgende Institutionen können Ihnen helfen:

Alkoholrausch: Folgen für alle

Die Gefahren des Alkoholkonsums für den Einzelnen sind gut erforscht und bekannt. Tatsächlich aber belastet der Rausch nicht nur die Gesundheit des Körpers, sondern auch...
Weiterlesen

Leben mit Tics: Das Tourette-Syndrom

Das Tourette-Syndrom ist den meisten Menschen ein Begriff. Trotzdem stoßen viele Betroffene im Alltag noch immer auf Unverständnis....
Weiterlesen

Anders als die anderen: das Asperger-Syndrom

Das Asperger-Syndrom ist nach außen hin fast unsichtbar. Wie zeigt es sich im Alltag und welche Auswirkungen hat es für Betroffene?...
Weiterlesen
LV 1871
Versicherungen

GESUNDHEITSFRAGEN BEI DER BERUFSUNFÄHIGKEITSVERSICHERUNG

Erfahren Sie hier welche Gesundheitsfragen bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung wirklich auf Sie zukommen....
Mehr erfahren
weitere Artikel laden...

Warum Berufseinsteiger an private Altersvorsorge denken sollten

Mit dem ersten Beruf kommen oft: Haushaltsgründung, ein paar Versicherungen, bisschen einkaufen, bisschen sparen und vielleicht erste Gedanken zur Familienplanung. Aber Altersvorsorge – jetzt schon?...
Weiterlesen

Mit Zeitmanagement Millionär werden?

In diesen schnelllebigen Zeiten begegnen uns fortwährend Tipps für Zeitmanagement und Selbstoptimierung am Arbeitsplatz. Vieles davon klingt wie Binsenweisheiten. Steckt mehr dahinter?...
Weiterlesen

Palmen, Lilien und Ranken – welche Pflanzen eignen sich für das Büro?

Pflanzen im Büro wirken sich positiv auf das Ambiente und die Mitarbeiter aus. Viele Arten eignen sich dank ihrer Pflegeleichtigkeit besonders gut....
Weiterlesen

Passfoto bei der Bewerbung: Ja oder nein?

"Ein Bild sagt mehr als tausend Worte" mag ein etwas überstrapaziertes Sprichwort sein, trifft aber nach wie vor zu. Doch sind Passfotos bei der Bewerbung...
Weiterlesen
weitere Artikel laden...