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Unverzichtbar: Kranken- und private Haftpflichtversicherungen

Eine Krankenversicherung und eine private Haftpflichtversicherung sind die beiden wichtigsten Abschlüsse – für Familien wie Singles gleichermaßen.

Krankenversicherung:

Eigentlich gilt in Deutschland die gesetzliche oder die private Krankenversicherung als Versorgungsgarantie für jeden. Dennoch gibt es Menschen, die nicht krankenversichert sind. Gerade in besonderen Lebenssituationen wie Arbeitslosigkeit oder Pleite in der Selbständigkeit kann man schnell „versehentlich“ rausfallen. Immerhin sank die offizielle Zahl der Nichtversicherten zwischen 2011 und 2015 von 196.000 auf 80.000.
Wichtig: Gerade beim Eintritt in die Arbeitslosigkeit versichern alle uns bekannten gesetzlichen Krankenversicherungen mindestens drei Monate nach der letzten Zahlung des Arbeitgebers weiter. So lange man sich bei der Kasse selbst meldet und Bescheid gibt, wird man in der Regel nicht gekündigt.

Kinder werden bei der elterlichen Familienversicherung der gesetzlichen Krankenkassen kostenlos mitversichert. Unter bestimmten Voraussetzungen kann man auch den Ehepartner oder den eingetragenen Lebenspartner mitversichern lassen.

Wenn einer der beiden Elternteile verbeamtet ist, regelmäßig deutlich mehr als der Partner oder mehr als 60.750 Euro (Jahresarbeitsentgeltgrenze 2019) pro Jahr verdient, haben Kinder keinen automatischen Anspruch auf Aufnahme in die Familienversicherung des gesetzlich krankenversicherten Elternteils. Bei privaten Krankenkassen braucht jedes Familienmitglied einen eigenen, kostenpflichtigen Vertrag.

Private Haftpflichtversicherung:

Viele private Haftpflichtversicherungen versichern Kinder mit den vertraglich gebundenen Eltern mit. Meistens aber nicht Kinder unter 7 Jahren bei normalen Schäden und Kinder unter 10 Jahren im Straßenverkehr. Beide Gruppen gelten als deliktunfähig. Insofern bleibt der Appell an alle Eltern: Bitte wählen Sie Tarife, die Kinder grundsätzlich in jedem Alter mitversichern. Die Kosten sind nicht viel höher, aber zum einen ist es eine Frage von Verantwortung und zum anderen können beispielsweise Verkehrsunfälle sehr schnell das Leben anderer auf Dauer ruinieren. Sehr gute allumfassende Familientarife gibt es bereits für 50 Euro pro Jahr.

Familie spart mit Sparschwein

Risikolebensversicherung:

Eine Risikolebensversicherung soll Angehörige im eigenen Todesfall absichern. Für Familien mit Kindern, in denen nur ein Elternteil regelmäßig verdient, ist ein Abschluss eigentlich schon fast unverzichtbar. Wichtigstes Kriterium für die Vertragsbedingungen sind Fragen nach Gesundheitszustand und Vorerkrankungen des Versicherungsnehmers.

Wenn beide Elternteile berufstätig sind, kann die Variante „Verbundene Leben“ sinnvoll sein. Denn dann müssen nicht beide jeweils eine Risikolebensversicherung abschließen, sondern nur eine gemeinsame. Allerdings wird dann die Versicherungssumme auch nur bei dem Partner ausbezahlt, der zuerst stirbt.

Im Fall der Aufnahme eines Bau- oder Immobilienkredites wird eine Risikolebensversicherung übrigens oft auch von den Banken als Bedingung gefordert.

Berufsunfähigkeitsversicherung:

Die Berufsunfähigkeitsversicherung soll das Einkommen für den Fall absichern, dass man physisch oder psychisch über einen längeren Zeitraum nicht mehr in der Lage ist, den eigenen Beruf auszuführen. Sie kann vor allem deswegen sinnvoll sein, da die gesetzliche Erwerbsminderungsrente oft nicht ausreicht, um den Lebensunterhalt zu bestreiten.

Sie wird nicht selten auch in Kombination mit einer Risikolebensversicherung angeboten. Ob das sinnvoll ist, sollte man sehr genau prüfen. Denn ein wichtiges Kriterium der Risikolebensversicherung ist die Höhe der Versicherungssumme.

Hausratversicherung:

Eine gute Hausratversicherung springt bei Brand- und Wasserschäden ein und ersetzt im Falle eines Einbruchdiebstahls die entwendeten Gegenstände durch den Wert ihres Neupreises. Auch wer keine „großen Wertsachen“ sein Eigen nennt – wie teuren Schmuck, hochwertige Technik oder Kunst – sollte die Absicherung des Hausrates nicht unterschätzen. Denn der Verlust des Eigenheims zieht normalerweise erheblich mehr sofortige Kosten nach sich, als Ersatz für zerstörte Einrichtung oder Kleidung.

Invaliditätsversicherung:

Ein Invaliditätsschutz sichert Kinder und auch Erwachsene für den Fall chronischer Krankheiten oder Behinderungen ab – ganz gleich, ob nach Krankheit oder Unfall. Kosten für Betreuung oder notwendige Umbaumaßnahmen werden nur zum Teil von öffentlichen Trägern übernommen. Besonders wichtig: Die Unterstützung eines Kindes endet nicht mit seiner Volljährigkeit. Eine private Invaliditätsversicherung zahlt eine entsprechende Zusatzrente lebenslang.

Zwischenfazit: Sehr viele Versicherungen scheinen auch für Familien unverzichtbar. Versicherungen kosten Geld und es gibt gute Gründe für eine sinnvolle Budgetierung. Gerade auch im Bereich Gesundheit kann man viel verkehrt machen. Das hängt dann aber meistens nicht von der Versicherung an sich ab, sondern von den Beitrags- und Auszahlungsbedingungen.

Individuell abhängig oder fraglich

Krankenzusatzversicherungen:

Manchmal sind es nur kleine Beträge, manchmal sind die Leistungen schon von der eigenen Krankenkasse abgedeckt – hier sollte man klare Prioritäten setzen.

Zu den bekanntesten Zusatzversicherungen zählen unter anderem solche für den Zahnersatz. Keine Frage, Zahnersatz ist teuer. Doch der Zustand von Zähnen und Zahnfleisch ist vererbbar. Hier lassen sich gegebenenfalls Risiken schon im Kindesalter einschätzen. Ein Besuch beim Zahnarzt sowie vielleicht noch eine zweite ärztliche Meinung können deshalb wichtig sein, wenn Sie über eine Zusatzversicherung nachdenken. Und gerade bei der Zahnpflege kann jeder für sich selbst einen erheblichen Beitrag zur Vorsorge leisten.

Die Sehkraft ist unbestritten in vielen Berufen entscheidend. Die Ansicht, man müsse seine Sehhilfen komplett selbst bezahlen, ist durchaus verbreitet – und falsch. Bevor in diesem Kontext Entscheidungen getroffen werden, sollte man mehr unternehmen, als nur beim Optiker die Sehstärke ermitteln zu lassen.

Augenärzte können Sehhilfen je nach Diagnose verschreiben. Die gesetzliche Krankenkasse zahlt entsprechend der ärztlichen Verordnung festgelegte Beträge.

Unfallversicherung:

Für die Absicherung nach Unfällen, beispielsweise auch bei eventuell nötigen Umbaumaßnahmen oder Betreuung, können Unfallversicherungen einspringen. Allerdings sollte man hier beachten, dass diese Versicherung – wie der Name es schon sagt – nur bei Unfällen, nicht aber zum Beispiel bei Krankheiten einspringt. Die oben genannte Kinderinvaliditätsversicherung gilt meist unabhängig von Unfall oder Krankheit als Ursache.

Entscheidend, neben der individuellen Risikoeinschätzung, sind hier wieder die Beitrags- und Auszahlungsbedingungen.

Rechtsschutz:

Unter der Fragestellung, was für Familien mit Kindern sinnvoll ist, ist eine Rechtsschutzversicherung wohl von eher nachrangiger Bedeutung. Allerdings sei hier der Mietrechtsschutz als Ausnahme genannt. Wer aber beispielsweise Mitglied im Deutschen Mieterverein ist, bekommt eine entsprechende Rechtsschutzversicherung obendrauf.

Immer auch ein bisschen Geld für sich und die Kinder behalten

Weihnachten und Geburtstage, neue Kleidung für Kinder im Wachstum. Es muss ja nicht immer alles nur aufgetragen oder Second Hand sein. Schulranzen, Freizeitaktivitäten, kindgerechte Urlaube, Fahrzeug(e) – es gibt in Familien sehr viele, sehr sinnvolle Anwendungsmöglichkeiten für Geld.

Denken Sie auch an die oder das erste Auto für den Nachwuchs. Wer hier rechtzeitig anfängt zu sparen, profitiert einerseits von günstigen Konditionen, als auch von höheren Auszahlungssummen.

Ansonsten gibt es natürlich viele weitere Versicherungen, wie zum Beispiel Reisegepäckversicherung, Glasbruch, private Arbeitslosenversicherung, extra

Geräteversicherungen für Laptops, Fahrräder, Handys etc. Es sollte alles bezahlbar und im Rahmen bleiben. Und sich ausschließlich gegen alle denkbaren Risiken abzusichern garantiert kein erfülltes Familienleben.

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