Das Leben in einer WG kann ein sparsames und harmonisches Paradies sein. Oder die Hölle auf Erden, der man am liebsten so schnell wie möglich entfliehen will. Alles hängt davon ab, wie die Menschen zusammenpassen, die dort zusammenleben. Jeder Mitbewohner hat seine Eigenheiten und Macken, aber es gibt einige Persönlichkeitstypen, die einem das Zusammenleben besonders schwermachen können. Hier sind ein paar Tipps, wie man am besten mit Kontrollfreaks, Chaoten und ewigen Schnorrern umgeht, und warum eine WG mit dem besten Freund oder der besten Freundin nicht immer die beste Idee ist.

Der Schmutzfink – „Ja, ja, mach ich später“

Der Müll stapelt sich und in der Küche bilden sich neuartige Lebensformen, wenn man selbst nicht Hand anlegt. Leben mit einem unordentlichen Chaoten kann den Alltag sehr unangenehm gestalten. Klar, ein wenig gesundes Chaos kann ja ein Zeichen von Kreativität sein.

Aber was, wenn der Schweißgeruch des Wäschehügels einfach nicht mehr zu ertragen ist? Wenn das gemeinsame Bad zum üblen Feuchtgebiet wird?

Wie bringe ich einen Chaoten zum Aufräumen?

Die wenigsten Menschen verbringen gerne Zeit damit aufzuräumen, das Klo zu putzen, oder Pfandflaschen durch die Gegend zu schleppen. Damit die gemeinsam geteilte Wohnung aber nicht zum humanitären Krisengebiet wird, haben sich Putzpläne durchgesetzt. Nur leider gibt es da diejenigen, die immer eine Ausrede haben, wenn sie an der Reihe sind. Da passiert es leicht, dass man sich als Mitbewohner in der Rolle einer nörgelnden Mutter wiederfindet. Um dies zu verhindern, ist es am besten, Gespräche zu führen. Hier können sich beide Seiten aussprechen. Vielleicht kann am Putzplan etwas geändert werden? Oder bei der alltäglichen Kommunikation? Man sollte immer versuchen zu verstehen, warum jemand so ist, wie er ist. Hat er noch nie im Leben eine Toilette selbst geputzt? Oder glaubt sie einen Grund zu haben, warum die anderen Mitbewohnerinnen mehr im Haushalt tun sollten? Wenn es aber trotz allen klärenden Versuchen nichts bringt, kann man härtere Bandagen aufziehen: Etwa den nicht weggestellten Krempel ins Schmutzfink-Zimmer stellen.

Wenn die Mitbewohner Putzmuffel sind, kann ein Putzplan Abhilfe schaffen.

Der ordentliche Kontrollfreak: „Darf ich Dich an Deinen Spüldienst erinnern?“

Es fängt an mit ein paar netten Hinweisen – „Vielleicht stellst Du Deine Sachen lieber dort hin?“, „Ich mag es nicht so gerne, wenn hier Besteck rumliegt“. Aber nach einer Weile stellt sich heraus, dass der freundliche, gepflegte Mitbewohner eine Nervensäge der schlimmsten Art ist. Einem Kontrollfreak ist es nicht genug, wenn das Gemeinschaftszimmer blitzsauber ist.

Auch der Kühlschrankteil seines Mitbewohners muss stets geputzt sein und selbst eigentlich private Räume betritt er unaufgefordert, um zu sagen, was ihm dort nicht passt. Passiv-aggressive Fälle verteilen ihre „Bitten“ auch gerne per Kurzmitteilung oder Notizzettel – nerven also selbst in Abwesenheit.

Wie überlebe ich einen Kontrollfreak?

Ein ordnungsliebender Mitbewohner kann für jede WG ein wünschenswerter und positiver Einfluss sein. Für einen Kontrollfreak ist Sauberkeit aber oft nur Vorwand, um seinen eigenen Einflussgrad zu erhöhen. Meist befolgt so jemand seine eigenen Regeln selbst gar nicht. Er oder sie testet bloß psychologische Grenzen bei seinem Gegenüber aus. Daher ist es wichtig, mit so jemandem nicht die Beherrschung zu verlieren. Das bedeutet nicht, dass man alles über sich ergehen lassen muss.

Vielmehr sollte man seine Argumente rational und ruhig darlegen, klare Grenzen setzen und irgendwann selbstbewusst einen Schlussstrich unter die Diskussion ziehen – denn Kontrollfreaks lieben es, sich zu wiederholen. Es ist außerdem hilfreich, sich zu informieren, woher dieser Kontrollzwang kommt, denn je nach Schweregrad hat dieses Verhalten tiefenpsychologische Ursachen. Mitgefühl ist eine Reaktion, die diese Menschen am wenigsten erwarten und die sie daher am ehesten aus ihrem Kontrollwahn holt.

Der Schnorrer – „Kannst Du mir mal…“

Dieser unbeliebte Typ von WG-Mitbewohner „leiht“ sich ganz gerne mal etwas aus, oft ungefragt. Meistens sind das kleine Dinge, die es eigentlich nicht wert sind, einen Aufstand zu machen. Ein Stückchen Käse und etwas Butter aus dem Kühlschrank, eine Kelle Waschpulver. Es kann sein, dass sich derjenige nicht viel dabei denkt und seine Sachen im Gegenzug gerne anderen zur Verfügung stellt.

Verhält er sich dazu aber noch geizig, kann dies sehr unangenehm fürs Zusammenleben werden. Schlimme Fälle von Schnorrern versuchen langfristig auf Kosten anderer zu Leben. Wenn schon in der Küche so viel wegkommt, muss man dann auch im Bad bei Shampoo und Zahnpasta aufpassen?

Schnorrer brauchen Grenzen

Spätestens wenn sich erkennen lässt, dass dieser Wohnungsgenosse mit seinen Schnorrereien langfristig versucht sich über Wasser zu halten, sollte eingeschritten werden. Man sollte ihn wissen lassen, dass es beim Eigentum Grenzen gibt und mögliche Unklarheiten aus dem Weg räumen.

Vielleicht hilft es auch, eine Gemeinschaftskiste ins Wohnzimmer zu stellen, aus der sich jeder bedienen kann und private Bereiche und Fächer abzustecken. Bringt das nichts, muss man wohl oder übel damit beginnen seine Schränke abzuschließen.

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