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Es ist ein Moment, den viele junge Eltern wohl gut kennen: Das eigene Kind sitzt zum ersten Mal auf dem Fahrrad, streichelt das Haustier oder hilft beim Kochen. Ein stolzer Moment, der festgehalten werden und am besten mit den Freunden online geteilt werden muss. Nicht wenige Elternpaare tragen so tausende Bilder ihrer Kinder mit sich herum, gewissenhaft im digitalen Fotoalbum ihrer Handys gespeichert, jederzeit zum Upload bereit. Allerdings sollten die stolzen Eltern gut und gründlich nachdenken, bevor sie die Bilder ihrer Kinder ins Social Web stellen.

Soziale Netzwerke sind kein privater Freundeskreis

 Wer das Bild des eigenen Kindes online veröffentlicht, geht gleich mehrere Risiken ein – angefangen beim Verlust der Bildrechte: Viele große Social Networks behalten sich nämlich das Recht ein, die veröffentlichten Bilder selbst zu nutzen oder an Werbepartner weiterzugeben. Dazu kommt das Risiko, die Bildrechte der Menschen zu verletzen, die gezeigt werden – und davon ist auch das eigene Kind nicht ausgenommen. Hier lohnt sich das gründliche Durchlesen der jeweiligen Nutzungsbedingungen, die jedes soziale Netzwerk leicht auffindbar zur Verfügung stellen muss.

Grundsätzlich gilt: Auch Kinder haben unabhängig von ihrem Alter Persönlichkeitsrechte, die verletzt werden können. Zwar nehmen die Erziehungsberechtigten dieses Recht bis zur Volljährigkeit in letzter Konsequenz war, doch sollten Eltern vor allem ältere Kinder hier mit einbeziehen. Veröffentlicht das Elternpaar ein Bild ihres Teenagers gegen seinen Willen, greift nämlich nicht mehr das Sorgerecht – stattdessen wird das Persönlichkeitsrecht des Kindes direkt verletzt.

Deswegen raten Experten den Eltern, dass sie ihre Kinder entweder um Erlaubnis einer Veröffentlichung bitten oder, wenn diese zu jung sind, sich selbst folgende Fragen stellen: Könnte es für mein Kind peinlich sein, so gezeigt zu werden? Verletzt das Bild die Intimsphäre des Kindes? Ist es wirklich notwendig, dieses Bild mit dem Internet zu teilen? Wenn außerdem andere Kinder oder Menschen im Vordergrund zu sehen sind, müssen auch sie um Erlaubnis einer Veröffentlichung gebeten werden – denn auch diese Menschen haben Rechte an ihrem Bild.

Wer dann schließlich doch die Entscheidung trifft, ein Bild des Kindes zu veröffentlichen, muss sich bewusst machen, dass ein soziales Netzwerk kein privater Freundeskreis ist – ganz egal, ob der jeweilige Beitrag auf „öffentlich“ gestellt oder „nur“ für den Freundeskreis online zu sehen ist, der meist trotzdem deutlich 100 Menschen übersteigt. Ein soziales Netzwerk kann nicht kontrolliert werden, wer dort ein Bild veröffentlicht, muss davon ausgehen, dass es für immer im Internet gespeichert bleiben wird.

Dieses Wissen können Eltern als Gelegenheit nutzen, ihre Kinder über die Gefahren des Social Webs aufzuklären und was mit Bildern passieren kann, die veröffentlicht werden. Im Gegenzug können Kinder ihren Eltern neue soziale Netzwerke und Plattformen zeigen, die im Freundeskreis derzeit „in“ sind. So stärken beide Seiten ihre Medienkompetenz und können viel besser mit den Risiken des Bild-Uploads umgehen und mögliche Folgen absehen.

Die indirekten Folgen für Kinder sind unerforscht

Neben den rechtlichen Fragen ist noch ein weiteres großes Fragezeichen mit den veröffentlichten Bildern des eigenen Kindes verbunden: Was hat es für Folgen für die heranwachsenden Menschen, wenn ihre Kindheit und Jugend sorgfältig dokumentiert und womöglich auch online von den Eltern geteilt wird?

Die Kinder, die heute aufwachsen, gehören zu den ersten Generationen, die sich quasi selbst bei der Entwicklung zusehen können. Wo früher der Schnappschuss einen besonderen Moment festhielt, der anschließend im Fotoalbum verstaut und nur unregelmäßig wieder herausgekramt wurde, ist heute das Bild allgegenwärtig: Viele Eltern verspüren geradezu eine Chronistenpflicht, jeden Moment und jeden Schritt der eigenen Kinder zu dokumentieren und für die Nachwelt zu erhalten.

Kinder bekommen diese Allgegenwärtigkeit des Fotos natürlich auch mit – und könnten als Folge einen anderen Bezug zur eigenen Kindheit entwickeln. Ob das eine gute oder eine bedenkliche Entwicklung ist, können Experten noch nicht eindeutig beantworten. Was hingegen klar ist: Es ist immer eine gute Entscheidung, sich gründlich zu überlegen, ob das Bild vom eigenen Kind wirklich unbedingt ins Internet gehört – oder nicht doch besser als persönlicher Schatz im eigenen Fotoalbum aufgehoben ist.

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