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Klar, in Deutschland wird heute längst nicht mehr so viel geraucht wie noch vor 20 oder sogar 50 Jahren: Raucherbereiche sind aus den Zügen, Büros und Flugzeugen verschwunden, nur noch wenige Kneipen erlauben den Glimmstängel. In der Werbung existiert die berüchtigte Kippe überhaupt nicht mehr. Zeitgleich nimmt das Gesundheitsbewusstsein der Deutschen seit Jahren zu. All das hat zur Folge, dass Raucher längst nicht mehr so sehr das Straßenbild prägen, wie es viele Menschen noch aus ihrer Kindheit kennen und gewohnt sind.

Dennoch: Laut der Stiftung Gesundheitswissen raucht noch immer rund 28 Prozent der Bevölkerung in Deutschland regelmäßig. Mit 56 Prozent liegt der Anteil der Männer hier etwas höher als der Frauenanteil. Mitglieder höherer sozialer Schichten rauchen weniger als sozial schwache Bevölkerungsgruppen. Die Kosten allerdings sind für all diese Menschen gleichermaßen hoch – und damit sind nicht nur die Kosten gemeint, die Raucher mit ihrer Gesundheit zahlen müssen. Auch der Geldbeutel muss dran glauben.

Rauchen ist teurer, als die meisten glauben

Eigentlich erscheint die Rechnung auf den ersten Blick sehr einfach: Wer nicht oder weniger raucht, spart mit jeder Zigarette, die in der Schachtel oder direkt gleich im Supermarkt bleibt. Wer täglich auf eine Schachtel Zigaretten verzichtet, hat so am Ende des Jahres 2000 Euro mehr auf dem Konto. Anders gesagt: Wer täglich eine Schachtel Zigaretten raucht, gibt für das gesundheitsschädliche Hobby alle sechs Monate rund 1000 Euro aus. Doch das sind nicht die einzigen Kosten, die anfallen.

Denn in Wirklichkeit gibt es neben dem Kaufpreis für neue Zigaretten noch zahlreiche weitere Kosten, die sich teils früh, teils erst nach vielen Jahren bemerkbar machen und an die kein Raucher wirklich denken will. All diese zusätzlichen Kosten gehen dabei auf die gesundheitlichen Schäden zurück, die sich rauchende Menschen unweigerlich selbst zufügen.

Verantwortlich für diese Schäden ist das Nikotin in den Zigaretten – ein starkes Gift, das den Alterungsprozess des Körpers beschleunigt, das Immunsystem empfindlich schwächt, die Wundheilung verlangsamt, das Risiko für Schlaganfälle, Impotenz, Krebs und Herzinfarkte vervielfacht. Und all diese Folgen erfordern medizinische Behandlung, Medikamente, Krankenhausaufenthalte, Arztbesuche – und die kosten Geld, das meist aus dem privaten Geldbeutel bezahlt werden muss. Und so kommt einiges zusammen: Laut einer betragen diese beschriebenen, sogenannten direkten Kosten des Rauchens mittlerweile insgesamt weit über 25 Milliarden Euro jährlich in Deutschland.

Raucher schaden nicht nur sich selbst, sondern auch dem Sozialstaat

Doch die Kosten des Rauchens gehen noch über diese direkten Ausgaben hinaus: Wer raucht, belastet früher oder später durch die erhöhte eigene Pflegebedürftigkeit verstärkt das Gesundheitssystem. Dieses kommt zumindest in Teilen für die ärztliche und medizinische Behandlung des Betroffenen auf. Laut des Deutschen Krebsforschungsinstituts belaufen sich diese sogenannten indirekten Kosten auf über 55 Milliarden Euro jährlich.

Und auch die Wirtschaft leidet: Raucher haben mehr Kranktage, sterben früher, leisten weniger. Wenn es um die Gesundheit des Menschen geht, erscheinen diese Kosten für das kapitalistische Wirtschaftssystem nachrangig – und doch sind sie da und belasten wiederum die nichtrauchenden Angestellten und Arbeiter. Insgesamt, so berichtet der Mannheimer Morgen, betrugen die finanziellen Folgen des Rauchens für Gesundheitswesen und Volkswirtschaft im Jahr 2018 rund 97 Milliarden Euro. Hier mitgerechnet sind unter anderem die Kosten für die Behandlung von rauchbedingten Krankheiten, die anschließende Pflege und Reha, die durch das Rauchen entstandene Arbeitsunfähigkeit und schlussendlich: Frühverrentung.

Die Lösung für diese Kostenfalle, die in erster Linie Raucher selbst gesundheitlich wie finanziell in Abgründe stürzen kann, ist offensichtlich – aber auch leichter gesagt als getan: Mit dem Rauchen aufhören. Wem das gelingt, der tut nicht nachweislich nicht nur seinem Geldbeutel, sondern auch seiner Gesundheit viel Gutes.

Mit dem Rauchen aufzuhören fällt kaum jemandem leicht, doch wer weiß, wohin er sich nach Hilfe umsehen kann, könnte die ersten Schritte weg von der Kippe leichter hinter sich bringen: Nikotinpflaster und Kaugummis sind vor allem zu Beginn der Entwöhnung von der Zigarette für viele Ex-Raucher eine Hilfe. Zusätzlich gibt es aber auch Möglichkeiten wie Selbsthilfegruppen, Suchttherapien und organisierte Entwöhnungsprogramme, die dabei helfen können, den Absprung vom Glimmstängel zu schaffen. Hier sind die Krankenkassen gute Ansprechpartner. Die Überwindung für ein solches Informationsgespräch mag schwerfallen – doch der Schritt lohnt: Körper und Bankkonto werden dankbar sein.

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