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Ob man Schlager nun schnieke oder schnulzig findet, bleibt jedem selbst überlassen. Nichtsdestotrotz haben Künstler wie Marlene Dietrich, Hildegard Knef, Rex Gildo oder Udo Jürgens die deutsche Musikkultur viele Jahre lang geprägt und internationale Erfolge gefeiert. Klicken Sie sich durch unsere Bildergalerie, hören Sie noch einmal die großen Hits vor ihrem inneren Ohr und erfahren Sie, wo die Künstler ihre letzte Ruhestätte gefunden haben.

  • Gunter Gabriel (*11. Juni 1942 in Bünde/Westfalen, † 22. Juni 2017 in Hannover)
    Gunter Gabriels große Leidenschaft galt der Country-Musik. Mit seinem nordisch-rauen Charme machte der Sänger, Komponist, Texter und Produzent, dessen bürgerlicher Name Günter Caspelherr war, die Stilrichtung in Deutschland populär. 1974 erhielt Gabriel die Goldene Europa für seinen Fernfahrer-Song „Er ist ein Kerl (der 30-Tonner-Diesel)“. Der Song „Hey Boss, ich brauch’ mehr Geld“ sprach seinen Fans aus der Seele. Gabriels Lieder handelen stets von den Helden des Alltags, von harter Arbeit und der Sehnsucht nach Freiheit. Mitte der 1980er Jahre begannen die beruflichen Erfolge auszubleiben. Gabriel verlor viel Geld durch Immobilieninvestitionen. Auch seine vier Ehen scheiterten. Zunehmend stand er wegen seiner Alkoholprobleme in der Öffentlichkeit. Doch Gabriel ließ sich nicht unterkriegen. Insgesamt veröffentlichte er 16 Studioalben, erhielt 1993 und 2002 den Award der German American Country Music Federation (GACMF) und wurde in die deutsche „Country Music Hall of Fame“ aufgenommen. Am 22. Juni 2017 verstarb er an den Folgen eines dreifachen Halswirbelbruchs, den er sich bei einem Treppensturz zugezogen hatte. Nach einer Trauerfeier in der Hamburger Flussschifferkirche wurde die Asche des Sängers am 22. Juli 2017 auf See beigesetzt.
    Hit: „Hey Boss, ich brauch mehr Geld“
    Foto Copyright: Barbara Mürdter

  • Hildegard Knef (* 28. Dezember 1925 in Ulm; † 1. Februar 2002 in Berlin)
    Nach ersten Rollen vor der Kamera, auf der Theaterbühne sowie im Kabarett erlangte die Schauspielerin und spätere Sängerin Hildegard Knef durch ihr Mitwirken im Film „Die Mörder sind unter uns“ (1946) internationale Bekanntheit. Im Willi-Forst-Film „Die Sünderin“ spielte sie eine Prostituierte. Der Film sorgte deutschlandweit für einen Skandal, da Knef darin nicht nur kurz nackt zu sehen ist, sondern der Film mit der Thematisierung von Suizid und Prostitution Tabus bricht. 1957 begann sie ihre zweite Karriere: Mit ihrer rauchigen, schnoddrigen und deshalb unverwechselbaren Stimme wird sie als Sängerin berühmt. 1968 erschien ihr großer Hit „Für mich soll`s rote Rosen regnen“. Mitte der 1970er-Jahre erkrankte Knef an Brustkrebs. Ihre Platten verkaufen sich zunehmend schlecht. Im Jahr 1982 flüchtete sie wegen des Presserummels nach Los Angeles. Dort wirkt sie in verschiedenen Theaterstücken mit. Als sie 1989 nach Deutschland zurückkehrte, war sie hoch verschuldet. Mit ihrer LP „17 Millimeter“ gelingt ihr nochmals eine Platzierung in den Charts, für die sie einen German Jazz Award für über 10.000 verkaufte Tonträger erhält. Zahlreiche Ehrungen und Preise für ihr Lebenswerk folgten. Knef stirbt am 1. Februar 2002 an den Folgen einer Lungenentzündung. Sie wird auf dem Waldfriedhof Zehlendorf bei Berlin in einem Ehrengrab beigesetzt.
    Hit: „Für mich soll`s rote Rosen regnen“
    Foto Copyright: Eric Koch/Anefo, Nationaal Archief Amsterdam

  • Manuela (* 18. August 1943 in Berlin; † 13. Februar 2001 Berlin)
    Manuela, bürgerlich Doris Inge Wegener, zählte in den 1960er-Jahren zu den deutschen Schlagerstars und Teenieidolen. Ihre Karriere begann in einer Kneipe im Berliner Stadtteil Wedding. Hier trat die aus bescheidenen Verhältnissen stammende junge Frau, die tagsüber als Löterin in einer Elektrofabrik arbeitete, als Sängerin auf. Eines Abends wurde sie von dem Musikmanager Peter Meisel entdeckt. Manuela nahm ihre erste Schallplatte auf und sang in der Mädchenband Tahiti Tamoures. Mit dem Titel „Schuld war nur der Bossa Nova“ landete sie 1963 sofort auf Platz eins der Charts – es war der Startschuss für ein große Solo-Karriere mit insgesamt 20 Millionen verkauften Schallplatten. In Deutschland landet Manuela mehrere Top-Ten-Hits. Auch in den Niederlanden und in einigen Ländern Südamerikas war sie erfolgreich, machte zwei Tourneen durch die damalige Tschechoslowakei und stand in Italien, England und Spanien auf der Bühne. Achtmal in Folge wurde sie von den Bravo-Lesern zur beliebtesten Sängerin gewählt, elfmal zierte sie das Bravo-Titelblatt. Mit „Alles und noch viel mehr“ belegte Manuela 1970 die Nr. 1 der ZDF-Hitparade als erster weibliche Künstlerin überhaupt. Mit 57 Jahren starb Manuela an einem Mundhöhlenkarzinom. Ihre letzte Ruhe fand sie im Familiengrab ihres Bruders auf dem Martin-Luther-Friedhof in Berlin-Tegel.
    Hit: „Schuld war nur der Bossa Nova“
    Foto Copyright: Rob Mieremet / Anefo - Nationaal Archief

  • Marlene Dietrich (* 27. Dezember 1901 in Berlin; † 6. Mai 1992 in Paris)
    Marlene Dietrich gilt bis heute als eine der größten Schauspielerinnen und Sängerinnen des frühen 20. Jahrhunderts. Ihr gelang, was zuvor kein deutscher Filmstar geschafft hatte: Sie eroberte Hollywood. Die Hauptrolle im Film „Der blaue Engel“ bedeutete ihren internationalen Durchbruch. Darin singt sie unter anderem auch eines ihrer wohl berühmtesten Lieder: „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“. Danach folgte Dietrich dem Regisseur des Films, Josef von Sternberg, nach Hollywood, wo sie in zahlreichen Filmen an der Seite großer Stars wie beispielsweise Gary Cooper im Drama „Marokko“ (1930) spielt. Für diese Rolle wurde Dietrich sogar für einen Oscar nominiert. Dietrich polarisierte auch gerne mit ihrem Kleidungsstil. Weil sie in den 1930er Jahren Hosenanzüge für Frauen salonfähig machte, gilt sie noch heute als Stilikone. Ihre tiefe, rauchig-erotische Stimme macht „die Dietrich“ verstärkt ab den 1950er Jahren als Sängerin bekannt. Lieder wie „Lili Marleen“ oder „Sag mir, wo die Blumen sind“ gingen um die ganze Welt. Im Jahr 1978 verabschiedet sich Marlene Dietrich aus gesundheitlichen Gründen von der Bühne. Sie stirbt 1992 in Paris – offiziell an Herz- und Nierenversagen. Nach Aussagen einer Freundin soll sie wenige Tage zuvor aber einen zweiten Schlaganfall erlitten und sich deshalb mit einer Überdosis Schlaftabletten das Leben genommen haben. Sie wurde in einem Ehrengrab auf dem Städtischen Friedhof Stubenrauchstraße in Berlin beigesetzt.
    Hit: „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“
    Foto Copyright: Wiki Commons

  • Rex Gildo (* 2. Juli 1936 in Straubing; † 26. Oktober 1999 in München)
    Es war das Jahr 1957 als Rex Gildo alias Ludwig Franz Hirtreiter erstmalig in der Öffentlichkeit auftauchte. Der Film „Immer wenn der Tag beginnt“ bescherte dem jungen Schauspieler und Sänger seine erste Rolle. Ein Jahr später stand er gemeinsam mit dem Teenie-Star Conny Froboess in dem Musikfilm „Hula-Hupp Conny“ vor der Kamera. Bald nannte sich der Künstler aber nur noch Rex Gildo. Mit Hits wie „Marie, der letzte Tanz ist nur für dich“ und natürlich „Fiesta Mexicana“, seinem bekanntesten Lied, wurde der stets gut gebräunte Barde mit dem sexy Hüftschwung als Schlagerstar gefeiert. Dennoch verlor Gildo in den 1980er-Jahren zunehmend seine Popularität. Er trat fast nur noch bei Volksfesten und in Einkaufszentren auf, die Presse berichtete über Alkohol- und Medikamentenprobleme. Nach einem Auftritt am 23. Oktober 1999 in einem Möbelhaus bei Frankfurt kam es zu einem erschütternden Vorfall: Gildo stürzte aus einem Fenster im zweiten Stock seiner Münchner Wohnung. Alle Indizien deuteten darauf hin, dass es sich um Selbstmord handelte. Drei Tage später starb er im Krankenhaus. Er wurde auf dem Münchner Ostfriedhof an der Seite seines ehemaligen Managers und früheren Lebensgefährten Fred Miekley bestattet.
    Hit: „Fiesta Mexikana“
    Foto Copyright: Wiki Commons

  • Roy Black (* 25. Januar 1943 in Straßberg bei Augsburg; † 9. Oktober 1991 in Heldenstein bei Mühldorf am Inn)
    Roy Black, der mit bürgerlichem Namen Gerhard Höllerich heißt, begann seine Musikerkarriere als Sänger einer Rock-‘n‘-Roll-Band. Eine Plattenfirma wurde auf Höllerich aufmerksam und nahm ihn unter Vertrag. Mit „Du bist nicht alleine“ schafft er es 1965 auf Platz vier der deutschen Hitparade. Sein Lied „Ganz in Weiß“ macht den Sänger, der sich nun Roy Black nannte, 1966 schließlich zum Schlagerstar. Als Schauspieler brillierte er jener Zeit in verschiedenen Rollen an der Seite von Uschi Glas – unvergesslich sind seine Auftritte in „Immer Ärger mit den Paukern“ oder „Wer zuletzt lacht, lacht am besten“. Immer wieder landet Roy Black in den Top Ten. Nach seinem Erfolg mit „Schön ist es auf der Welt zu sein“, das er im Duett mit der zehnjährigen Anita Hegerland sang, blieb der Erfolg jedoch aus. Um Geld zu verdienen, absolviert er mehr als 250 Live-Auftritte im Jahr auf mitunter kleinen Bühnen, trank und arbeitete pausenlos. Nach einem Zusammenbruch aufgrund eines Herzklappenfehlers feierte Roy Black 1989 zum Erstaunen vieler ein Comeback: Dem Künstler wurde eine Hauptrolle in der beliebten Fernsehserie „Ein Schloß am Wörthersee“ angeboten. Am 9. Oktober 1991 starb Roy Black an Herzversagen. Er wurde unter seinem bürgerlichen Namen auf dem Friedhof in seinem Geburtsort Straßberg beigesetzt.
    Hit: „Ganz in weiß“
    Foto Copyright: Stadt Bobingen

  • Udo Jürgens (* 30. September 1934 in Klagenfurt, Österreich † 21. Dezember 2014 in Münsterlingen, Schweiz)
    Der österreichische Komponist, Pianist und Sänger Udo Jürgens, der im wahren Leben Udo Jürgen Bockelmann hieß, gilt als einer der bedeutendsten Entertainer und erfolgreichsten Solokünstler des 20. Jahrhunderts. In seiner über 60-jährigen Bühnenkarriere komponierte er mehr als 1000 Lieder, veröffentlichte über 50 Musikalben und verkaufte über 105 Millionen Tonträger. Mit seiner Musik, die unzählige Stile umfasste – von Schlager und Chanson über Popmusik bis hin zu Klassik und Jazz – sprach er im gesamten deutschsprachigen Raum ein großes Publikum an. Das Markenzeichen des Virtuosen am Klavier: Bei Live-Konzerten sang Jürgens die Zugaben stets in einem weißen Bademantel. Seine größten Hits waren „Griechischer Wein“, „Mit 66 Jahren“ und „Aber bitte mit Sahne“. Zudem komponierte er die Titelmelodie „Vielen Dank für die Blumen“ für die berühmte Zeichentrickserie „Tom und Jerry“. 2007 feierte sein Musical „Ich war noch niemals in New York“ am Operettenhaus in Hamburg Premiere. Am 21. Dezember 2014 brach Udo Jürgens im Alter von 80 Jahren bei einem Spaziergang in seinem Schweizer Wohnort Gottlieben bewusstlos zusammen und starb an Herzversagen. Seine Urne wurde in einem Ehrengrab auf dem Wiener Zentralfriedhof beigesetzt. Der marmorne Grabstein in Form eines in ein weißes Trauertuch gehüllten Flügels wurde von seinem Bruder Manfred entworfen.
    Hit: „Griechischer Wein“
    Foto Copyright: Dominik Beckmann

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