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Grabbepflanzung und Grabpflege können einen Beitrag gegen das Insektensterben leisten. Jakob Grabow-Klucken ist beim BUND Niedersachsen für das Projekt „Ökologische Nische Friedhof“ verantwortlich. Er empfiehlt heimische Wildstauden zu pflanzen, die nach und nach von Frühling bis Herbst blühen. „Viele gezüchtete Sorten wie Begonien, Stiefmütterchen und Tulpen haben veränderte Blüten und einen geringen Nektar- und Pollengehalt“, sagt der Umwelt- und Landschaftswissenschaftler. Heimische Wildpflanzen dienen aber nicht nur dem Bienenschutz. Sie sind auch hübsch anzusehen und in der Regel robust und pflegeleicht.

  • Akelei
    Die Akelei (Aquilegia vulgaris) ist eine pflegeleichte Staude für sonnige bis halbschattige Standorte. Ihr Nektar ist so begehrt, dass sich Hummeln mit einem kurzen Rüssel, wie z.B. die Dunkle Erdhummel, einiges einfallen lassen, um ihn zu bekommen. „Sie beißen an der Blütenbasis ein Loch und erreichen so direkt die Nektardrüsen“, erklärt Jakob Grabow-Klucken. „Auch kleinere Wildbienen nutzen diese Hummellöcher zum Trinken.“ Neben Hummeln locken Akeleien auch Schwärmer wie das Taubenschwänzchen an.

  • Fetthenne
    Fetthennen-Gewächse (Sedum) locken mit ihren Pollen viele, insbesondere kleine Wildbienen-Arten auf dem Friedhof an. „Die meisten Arten fliegen auf Felsen-Fetthenne (Sedum rupestre) , aber auch Scharfer Mauerpfeffer (Sedum acre) ist beliebt“, sagt der BUND-Experte. Fetthennen sind sehr robust und pflegeleicht. Sie sind ideal für ein Grab mit vollsonniger Lage und trockenem Boden.

  • Glockenblume
    Glockenblumen sind für Wildbienen wichtige Pollenlieferanten, vor allem für Spezialisten, wie die Glockenblumen-Sägehornbiene, die Kurzfransige Scherenbiene und die Glockenblumen-Scherenbiene. Grabow-Klucken empfiehlt heimische Arten, wie die Knäuel-Glockenblume (Campanula glomerata) , die Rundblättrige Glockenblume (Campanula rotundifolia) und die Nesselblättrige Glockenblume (Campanula trachelium) – auch weil sie robust und pflegeleicht sind. Standort: sonnig bis halbschattig.

  • Krokus
    Einige Hummelköniginnen begeben sich bereits ab März auf Nahrungssuche. Krokusse (Crocus) sind für sie wichtige Nektarspender: Sie liefern ihnen Energie, um ein Nest zu bauen und ein Volk zu gründen. „Krokusse und andere Frühblüher sind für Hummeln unverzichtbar, da es so früh im Jahr nur wenige blühende Blumen gibt“, sagt Jakob Grabow-Klucken. Die Pollen sind auch für Honigbienen und einige solitär lebende Wildbienen interessant. Krokus-Zwiebeln werden im Oktober und November in die Erde gesteckt.

  • Lavendel
    Lavendel (Lavandula) ist ideal für vollsonnige, trockene Grabanlagen. Obwohl der Halbstrauch nicht heimisch ist, sind viele Lavandula-Arten wichtige Nahrungspflanzen für Wildbienen. „Besonders Hummeln lockt Lavendel häufig in großer Zahl an“, sagt Jakob Grabow-Klucken. Aus Sicht des BUND-Experten ist die Wildform des Echten Lavendel (Lavandula angustifolia) besonders bienenfreundlich.

  • Lungenkraut
    Das Lungenkraut (Pulmonaria officinalis) ist im zeitigen Frühjahr eine bienenfreundliche Staude für die Grabanlage. Als Pollenquelle ist es unter anderem bei der Frühlings-Pelzbiene sehr beliebt. Darüber hinaus können die Blüten mit einer Besonderheit punkten: „Die rosafarbenen Blüten färben sich nach der Bestäubung dunkelblau“, erklärt Jakob Grabow-Klucken. Als Standort für die bienenfreundliche Pflanze bieten sich Gehölzränder an. „In schattiger bis halbschattiger, kühler Lage gedeiht das Lungenkraut besonders gut.“

  • Natternkopf
    Der Natternkopf (Echium vulgaris) gehört zu den herausragenden Nahrungspflanzen für Insekten. „Mehr als 40 Wildbienen-Arten nutzen Natternkopf als Pollenquelle, darunter drei spezialisierte Arten“, sagt Jakob Grabow-Klucken. Auch bei Schmetterlingen sind die dunkelblauen Blüten beliebt: „Mehr als 50 Arten nutzen Natternkopf als Nektarquelle oder Raupenfutterpflanze.“ Als Pionierpflanze bevorzugt das Raublattgewächs nährstoffarme, trockene Böden – idealerweise in sonniger Lage. Der BUND-Experte empfiehlt: „In Gesellschaft mit anderen Stauden nicht zu dicht pflanzen.“

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