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Im Allgemeinen möchte man Kinder vor der Konfrontation mit dem Tod schützen und das vermeintlich Schlechte, Bedrückende von ihnen fernhalten. In der Kinder- und Jugendliteratur findet dieses Thema einfühlsam und leise dennoch statt. Und das ähnlich wie in Romanen oder auch Sachbüchern zu Tod und Trauer auf ganz unterschiedliche Art und Weise.

Über berührende Geschichten wird Kindern und Jugendlichen der Tod erklärt oder einfach nähergebracht – das Sterben als Teil des Lebens aufgezeigt. Für jedes Alter gibt es die richtigen Bücher: Bilderbücher für die ganz Kleinen, Kinderbücher, die heute schon Klassiker sind, und Jugendbücher, die ganz nah dran sind an den Gedanken und Gefühlen der Teenager.

Fünf Buchempfehlungen zu den Themen Tod und Trauer, die zwar für Kinder und Jugendliche gedacht sind, aber auch die Herzen von erwachsenen Lesern begeistern und berühren:

Die Brüder Löwenherz“ von Astrid Lindgren (Oetinger Verlag, 1974)

Ein Kinderbuchklassiker darf in dieser Empfehlungsliste auf keinen Fall fehlen: „Die Brüder Löwenherz“ von Astrid Lindgren. Das 1974 erschienene Werk der weltbekannten schwedischen Autorin behandelt erstmals Tod und Trauer als Thema in der Kinder- und Jugendliteratur. Damit ist das Buch Vorreiter für alle Bücher, die hier vorgestellt werden.

Die Geschichte erzählt von zwei Brüdern namens Jonathan und Krümel. Krümel ist todkrank und hat Angst vor dem Sterben. Deswegen erzählt Jonathan ihm vom fantastischen Land Nangijala, in das man nach dem Tod reist – und wo sich die Brüder tatsächlich nicht viel später wiedertreffen, denn beide sterben jung. In Nangijala warten – wie Jonathan seinem Bruder versprochen hat – jede Menge Abenteuer auf die beiden, die zeigen, wie wichtig Vertrauen, Liebe und Freundschaft sind. Der Tod ist also nicht das einzige Thema dieses Buchs. Es wird ein ganzes Spektrum an Emotionen und Werten thematisiert, die im Leben wichtig sind. Einfühlsam und klug, wie man es von Astrid Lindgren und ihren Büchern gewohnt ist.

Bei den Erwachsenen kam „Die Brüder Löwenherz“ in den 70er Jahren übrigens gar nicht gut an. Der Tod sei kein Thema für Kinder. Die Kinder selbst waren es, die sich getröstet fühlten und das Märchen liebten. Sie schrieben begeisterte Briefe an die Autorin und machten die Geschichte von Jonathan und Krümel so zum Klassiker.

„Sieben Minuten nach Mitternacht“ von Patrick Ness (cbj Verlag, 2013)

Bei „Sieben Minuten nach Mitternacht“ dreht sich nicht nur die Handlung um den bevorstehenden Tod. Auch der Hintergrund zum Buch ist ein trauriger: Siobhan Dowd begann mit dem Schreiben der Geschichte, starb jedoch an Brustkrebs, bevor sie sie beenden konnte. Patrick Ness ergänzte das Romanfragment und führt die Geschichte vom 13-jährigen Conor fort.

Dessen Mutter ist an Brustkrebs erkrankt und er merkt, dass es ihr zunehmend schlechter geht. In der Schule meiden ihn die anderen Kinder, denn sie wissen schlicht nicht, wie sie mit der Situation umgehen sollen. Er fühlt sich von Freunden und Familie allein gelassen mit seinen Ängsten, seiner Hilflosigkeit und all den Emotionen, die er selbst nicht greifen kann. Albträume sind seine nächtlichen Begleiter. Aus einem dieser Träume weckt ihn schließlich ein Monster auf. Mit drei Geschichten hilft es Conor, sich seinen Gefühlen zu stellen bis er schließlich dem Monster die vierte Geschichte erzählen soll: seine Geschichte.

„Sieben Minuten nach Mitternacht“ ist eine einfühlsame Geschichte rund um den Umgang mit dem Tod, mit Hilflosigkeit und mit Krankheit. Düster und schwer ist die Atmosphäre in der Geschichte, die von den Illustrationen von Jim Kay noch einmal unterstrichen wird. Doch genau in diese Atmosphäre wird man förmlich hineingesogen, leidet mit Conor und seiner Mutter. Dennoch kann das Ende durchaus überraschen – und Herzen brechen.

„Mein Jimmy“ von Werner Holzwarth (Tulipan Verlag, 2019)

Werner Holzwarth veröffentlicht seit den 80er Jahren Bilderbücher. Sein wohl bekanntestes Werk ist die Geschichte „Vom kleinen Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat“, die hunderttausende Kinder zum Lachen und Staunen gebracht hat.

In seinem 2019 erschienenen Bilderbuch „Mein Jimmy“, das er gemeinsam mit Illustrator Mehrdad Zaeri-Esfahani verfasste, stehen die beiden Freunde Madenhacker Hacki und Nashorn Jimmy im Mittelpunkt. Die beiden Freunde sind unzertrennlich – bis Jimmy eines Tages stirbt. Die Botschaft des zart illustrierten Buches ist so simpel wie schön: Der Tod gehört zum Leben dazu wie die vielen wunderbaren Momente, die man erlebt. Und diese Erinnerungen können niemals sterben.

„Mein bester letzter Sommer“ von Anne Freytag (Heyne Verlag, 2016)

Ähnlich wie bei Patrick Ness und „Sieben Minuten nach Mitternacht“ ist nicht die Trauer nach dem Sterben, sondern der Umgang mit dem nahenden Tod das Thema in Anne Freytags Roman „Mein bester letzter Sommer“. Es dreht sich alles um die schwer kranke, 17-jährige Tessa, die nicht mehr lange zu leben hat, sich zurückzieht und für sich bleibt. Sie hat mit ihrem Leben bereits abgeschlossen. Doch dann kommt Oskar und zeigt ihr, dass auch ihr Leben trotz (oder gerade wegen?) der Krankheit und des nahenden Todes jeden Tag lebenswert ist und ausgekostet werden muss bis zur letzten Sekunde – und auch, dass man sich verlieben kann, wenn man am wenigsten damit rechnet.

Die Geschichte mag vielleicht ein wenig kitschig klingen, doch genau das ist Anne Freytags Roman nicht. Er berührt, ohne kitschig zu sein, trifft den richtigen Ton für eine so schwierige Situation und als Leser durchlebt man sämtliche Gefühlslagen – positiv wie negativ, jubilierend und glücklich sowie melancholisch und bedrückt. Man ist ganz nah dran an Tessa und Oskar, an ihren Gedanken und Gefühlen zum Tod, zur Liebe und zum Leben und macht mit ihnen die Erlebnisse und die Entwicklung auf der Reise durch. Und am Ende sollte man definitiv Taschentücher bereithalten!

„Ente, Tod und Tulpe“ von Wolf Erlbruch (Kunstmann Verlag, 2007)

In Wolf Erlbruchs Bilderbuch hat die Ente die Anwesenheit des Todes schon länger gespürt. Doch erschrickt sie trotzdem, als er schließlich in Erscheinung tritt: Mit Totenschädel und karierter Schürze wird der Tod zu ihrem ständigen Begleiter. Schnell merkt die Ente, dass der Tod eigentlich ganz nett ist. Menschlich und freundlich, auch wenn er ihr trotzdem ein bisschen Gänsehaut macht. Sie lebt noch eine ganze Weile mit ihm, stellt ihm viele Fragen, hegt Sympathien für ihn. Bis sie schließlich stirbt und der Tod sie mit einer Tulpe auf der Brust aufs Wasser schickt. Mit der Kombination aus seinen einfachen und stilvollen Zeichnungen sowie der einfühlsamen Geschichte bringt Wolf Erlbruch klug und prägnant die Botschaft des Buches auf den Punkt. Er beschönigt oder verherrlicht den Tod nicht: Er ist einfach da, ist Teil des Lebens und beantwortet dabei viele Fragen zu Trauer, Leben, Angst und Wut. Ein besonderes Buch – nicht nur für Kinder!

Wolf Erlbruch hat übrigens auch ein weiteres Kinderbuch zum Thema illustriert: „Ein Himmel für den kleinen Bären“ von Dolf Verroen ist ebenfalls eine Buchempfehlung zum Thema Tod und Trauer, kann allerdings nur noch gebraucht erworben werden.

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