In Deutschland führen zahlreiche Landstraßen mitten durch Waldgebiete, Felder und Wiesen, so dass ein Autofahrer jederzeit damit rechnen muss, mit einem Tier zu kollidieren. Einerseits ist der Anblick von Wildtieren, die am Waldesrand nach Nahrung suchen, idyllisch, andererseits kann ein Wildunfall natürlich ziemlich gefährlich werden. 

Was also tun, wenn ein Zusammenstoß droht und was tun, wenn der Wildunfall bereits erfolgt ist? Die meisten Menschen sind mit dieser Situation hoffnungslos überfordert. Muss man eigentlich die Polizei informieren? Die Versicherung? Und was passiert mit dem Tier, wenn es angefahren wurde und schwer verletzt überlebt hat? Oder wenn es den Aufprall nicht überlebt und mitten auf der Fahrbahn liegt?

Bei einem Wildunfall gibt es einiges zu beachten.

Die Gefahr für einen Wildunfall – wann ist sie am höchsten?

Besonders im Herbst steigt die Gefahr aufgrund des Wildwechsels, mit Hirsch, Reh oder Wildschwein zu kollidieren. Allerdings sind die Brunft- und Paarungszeiten der Tiere unterschiedlich. Generell gilt, während der Dämmerung die Augen besonders gut offenzuhalten, denn gerade dann passieren erfahrungsgemäß die meisten Wildunfälle und zwar sowohl morgens als auch abends. Aber natürlich kann es auch außerhalb von Brunftzeit, Wildwechsel und Dämmerung immer zu einem Wildunfall kommen und dann ist es wichtig, sich richtig zu verhalten.

Wie häufig passieren eigentlich Wildunfälle?

Ziemlich häufig! Immerhin kommt es in Deutschland jeden Tag zu ca. 650 Wildunfällen. Es handelt sich dabei um eine Gefahr, die man nicht unterschätzen sollte. Wer viel auf Landstraßen unterwegs ist, sollte also achtsam sein. Die meisten Wildunfälle ereignen sich übrigens unter Beteiligung von Rehen, erst danach kommen Wildschweine und Hirsche in Bezug auf die Häufigkeit ins Spiel. 

Wer ländlich wohnt, sollte bei der Kfz-Versicherung darauf achten, dass Wildschäden in der Teil- oder in der Vollkaskoversicherung enthalten sind.

Wie wird ein Wildunfall definiert?

Als Wildunfall gilt ein Verkehrsunfall, der durch ein Wildtier verursacht wird. Dabei kann es zu einem Schaden am eigenen Auto kommen, durch Ausweichmanöver oder starkes Bremsen kann es aber auch sein, dass andere Fahrzeuge involviert werden.

Durch richtiges Verhalten einen Wildunfall vorbeugen

Schon langsames und aufmerksames Autofahren kann Wildunfälle verhindern.

Ein Wildunfall kann niemals ausgeschlossen werden und meistens erwischt es dich genau dann, wenn du überhaupt nicht damit rechnest. Durch das richtige Verhalten aber kann der größte Schaden oftmals abgewendet werden. Dazu gehören folgende Punkte:

  • Aufmerksames und vorsichtiges Fahren mit angepasster Geschwindigkeit
  • Besondere Aufmerksamkeit in der Morgen und- Abenddämmerung, im Herbst und im Winter
  • Achten auf besondere Straßenschilder, die das Auftreten von Wild ankündigen
  • Anpassen der Geschwindigkeit ganz besonders im Winter, da hier die Bremswege aufgrund der Witterung oftmals länger sind.

Wenn am Straßenrand ein Reh oder ein anderes wildes Tier steht, dann ist es wichtig, abzubremsen und zu hupen. Das Fernlicht blendet nämlich das Tier und sorgt dafür, dass es orientierungslos wird. Im schlimmsten Fall wäre die Konsequenz, dass das Tier direkt in Richtung Lichtquelle auf die Fahrbahn und dir ins Auto rennt.

Was, wenn sich das Wildtier bereits auf der Straße befindet?

Wenn das Tier sich mitten auf der Fahrbahn befindet und ein Unfall unvermeidbar scheint, wird offiziell zu folgendem Verhalten geraten: 

Bremse das Auto ab, schalte das Fernlicht aus und hupe. Das Wichtigste aber: Nicht dem Tier ausweichen, auch wenn es schwerfällt! Das ist zwar ein naheliegender Reflex, aber viel zu gefährlich, denn du könntest dann dabei mit einem anderen Fahrzeug auf der gegenüberliegenden Fahrbahn zusammenstoßen oder mit einem Baum kollidieren, ins Feld fahren und die Kontrolle über das Auto verlieren. Das alles ist gefährlicher als ein Zusammenstoß mit dem Wildtier. Außerdem ist auch dieser bei einem Ausweichmanöver nicht auszuschließen, da das Tier dann vielleicht doch wegrennt und genau vors Auto läuft, in die Richtung, in die du es lenkst.

Was tun bei Kleintieren?

Auch hier ist der Impuls, eine Vollbremsung einzulegen, groß. Wenn aber hinter dir ein Fahrzeug ist, dann ist die Gefahr sehr groß, dass dieses Auto nicht mehr rechtzeitig bremsen kann und mit dir zusammenstößt. Dem bremsenden Fahrer, also dir, wird dann möglicherweise eine Teilschuld angelastet. Ein Zusammenstoß mit einem Kleintier ist außerdem in der Regel weniger gefährlich als beispielsweise mit einem Reh. So schmerzlich es manchmal sein mag: Sofern es möglich ist, sollte man hier langsam abbremsen und weiterhin geradeaus weiterfahren.

Was tun nach dem Wildunfall?

Wenn das Unvermeidliche passiert ist und du mit dem Wildtier zusammengestoßen bist, darfst du auf keinen Fall den Unfallort verlassen. Wenn das Tier noch lebt, stellt das nämlich einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz dar. Du musst jetzt vielmehr die Unfallstelle mit einem Warndreieck sichern und den Wildunfall der Polizei melden. Das gilt sogar auch dann, wenn das Tier vermeintlich unversehrt im Wald verschwunden ist. Der Jagdaufseher oder Förster kümmert sich dann nämlich um das vermutlich verletzte Tier und stellt eine Unfallbescheinigung aus, die die Versicherung nachher vermutlich sehen will.

Was tun mit dem Tier, bis Hilfe da ist?

Das wilde Tier solltest du keinesfalls berühren. Ein wildes Tier kann in so einer Situation nämlich in Panik geraten und dann ausschlagen oder beißen. Auch ein totes Tier solltest du besser nicht anfassen. Auch in diesem Fall gilt: Es ist Sache des Jagdpächters, sich um das verletzte oder tote Tier zu kümmern.

Zusammengefasst – das solltest du bei einem Wildunfall tun:

  • Anhalten
  • Unfallstelle absichern
  • Das Tier nicht anfassen
  • Das Tier nicht mitnehmen
  • Fotos von der Unfallstelle und vom Tier machen
  • Die Polizei anrufen
  • Eventuell Adressen von Zeugen notieren
  • Den Unfall schnellstmöglich der Versicherung melden

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