Das deutsche Schulsystem ist nicht für alle Eltern das Gelbe vom Ei, weswegen es auch immer wieder in Kritik gerät bzw. infrage gestellt wird. Kritikpunkte wie konservativ, starr,  Leistungsdruck, dazu übervolle Klassen und gestresste Lehrer sorgen dafür, dass sich Eltern immer mehr nach Alternativen umsehen. Und die gibt es, mehrheitlich allerdings im privaten Bereich.

Was sind denkbare alternative Schulformen, wie funktionieren deren Konzepte und sind sie sinnvoll? Das beleuchten wir im nachfolgenden Artikel.

Diese alternativen Schulformen gibt es

  • Montessori-Schulen
  • Waldorfschulen
  • Freinet Schulen
  • Mehlhornschulen
  • Club of Rome Schulen
  • demokratische Schulen

Die wichtigsten Fragen im Überblick

  • Alternative Schulformen – das richtige für mein Kind?
  • Welche alternativen Schulformen gibt es?
  • Wie kann ich die richtige Schule für mein Kind finden?
  • Können Schüler von einer freien Schule auf eine Regelschule wechseln?
  • Was kosten alternative Schulformen?

Alternative Schulformen – das richtige für mein Kind?

Nicht jedes Kind „passt“ zum deutschen Schulsystem. Viele Eltern sind der Meinung, dass es veraltet ist und viel zu unflexibel. Auf ein einzelnes Kind kann nicht eingegangen werden und der Leistungsdruck behagt auch nicht allen Eltern. Während das eine Kind dem vielleicht gewachsen ist, leidet das andere zu sehr darunter.

Da aber der Nachwuchs viele Stunden am Tag in der Schule verbringen muss, kann es sich durchaus lohnen, über alternative Schulformen nachzudenken. Die Erziehung findet somit längst nicht mehr ausschließlich im Elternhaus, sondern vielmehr mehrheitlich in der Schule statt. Welche Schulform nun aber die richtige für den Sprössling ist, kann man nicht pauschal sagen. Es hängt vielmehr davon ab, welche Prinzipien der Lernort vertritt und was für ein Typ das Kind ist.

Alternative Schulformen: mehr Selbstbestimmung

Was zeichnet nun aber alternative Schulformen aus? Im Vergleich zu staatlichen Schulen findet der Unterricht nicht vorwiegend frontal statt, sondern ist viel erlebnisorientierter und individueller. Gerade das Stichwort individuell ist wichtig, da hierbei das Selbstbestimmungsrecht der Schüler mehr gefordert und eingehalten wird.

Auch diese Schulen folgen grundsätzlich dem deutschen Grundkonzept, dennoch wird dort auf eine andere Art und Weise gelehrt. Dazu zählen zum Beispiel Montessori Schulen oder Schulen mit anthroposophischer Ausrichtung.

Alternative Schulformen: Waldorf, Montessori usw.

Welche alternativen Schulformen gibt es?

Eine ganze Menge. Neben Montessori Schulen gibt es auch Schulen, in denen nach der anthroposophischen Lehre von Rudolf Steiner unterrichtet wird (Waldorfschulen), aber auch freie Schulen und Privatschulen unterschiedlicher Art.

Weniger bekannt sind zum Beispiel Freinet Schulen, Jenaplan Schulen oder demokratische Schulen.

Was passt zu meinem Kind?

Genau das ist die Schlüsselfrage, wenn es darum geht, eine alternative Schule zu finden. Welche davon passt überhaupt zu meinem Kind? Zuallererst sollten sich Eltern ein Bild von der Schule und deren Lernkonzept, aber auch von den Lehrern machen. Weitergehend können sich Eltern auf der Internetseite der Schule erkundigen oder aber einen Tag der offenen Tür besuchen.

Alternative Schulen erheben oftmals Gebühren bzw. Schulgelder und die Eltern müssen sich in Form von freiwilliger Arbeit einbringen. Daher ist es wichtig, sich vorher gut zu informieren über die Art des Unterrichts und das Konzept. Auch wenn es teilweise verlockend klingt: Nicht für jedes Kind ist jedes Konzept geeignet. 

Waldorfschulen

Böse Zungen behaupten, dass Waldorfschüler lernen, ihren Namen zu tanzen. Es mag zwar sein, dass auch das auf dem Lehrplan steht, aber man kann diese Schulform sicherlich nicht auf dieses eine Detail reduzieren. Waldorfschulen, auch Rudolf Steiner Schulen genannt, gehen bei ihrem Konzept davon aus, dass Menschen 3 grundlegende Fähigkeiten haben, nämlich das Denken, das Fühlen und das Wollen. Daher wird beim Lernkonzept viel Wert gelegt auf praktische, künstlerische, soziale und kreative Fähigkeiten.

Man unterrichtet dort Hauptfächer in „Epochen“, was bedeutet, dass die Schüler am Anfang des Tages immer ein Thema besonders intensiv behandeln. Dabei wird fächerübergreifend gelehrt und bestimmte Themen in mehreren Fächern, beispielsweise im Deutsch- und im Geschichtsunterricht, behandelt.

Besonderes Merkmal von Waldorfschulen: Kein Schüler bleibt sitzen, Klassenverbände bleiben bestehen, Lehrer bleiben, wenn möglich, mehrere Jahre bei der Klasse. Auf Noten wird verzichtet, vielmehr erhalten die Schüler eine Einschätzung in formulierten Sätzen. Genau wie an anderen Schulen, können die Schüler Hauptschulabschluss, die Mittlere Reife oder Abitur erwerben. Manchmal muss dafür allerdings Lehrstoff nachgeholt werden, da die Lehrpläne nicht immer gleich sind.

Voraussetzung für den Besuch einer Waldorfschule ist also, dass das Kind Spaß daran hat, sich zu bewegen, zu musizieren und am kreativen Arbeiten.

Der Besuch einer Waldorfschule kostet etwas weniger als 200 Euro im Monat, wobei kein Schüler abgelehnt werden soll, wenn die Eltern nicht in der Lage sind, dies finanziell zu stemmen.

Alternative Schulformen: Montessori.

Montessori Schulen

Entwickelt wurde dieses Konzept von der Italienerin Montessori und es stehen dabei die Bedürfnisse der Kinder im Vordergrund. Diese Bedürfnisse sollen gefördert werden, aber immer nach dem Motto: Hilf mir dabei, es selbst zu tun. Dabei gelingt es im Idealfall, den kindlichen Forschungsdrang zu unterstützen und ihm Raum zu geben.

Etwa 2/3 der Montessori Schulen sind Privatschulen, an der einen oder anderen staatlichen Schule gibt es Montessori Zweige, was aber nicht mit einer echten Montessori Schule vergleichbar ist.

Der Unterricht besteht hier viel aus freier Arbeit, Gruppenarbeit und Projektarbeit. Mit dem Unterricht an einer staatlichen Schule ist er also nicht vergleichbar.

Jeder Tag beginnt damit, dass die Schüler in den ersten Stunden frei entscheiden, welches Thema sie wie lange behandeln wollen. Dabei handelt es sich um selbstbestimmtes Lernen. Diese Zeit wird nicht im Klassenverband, sondern in gemischten Altersklassen verbracht, sodass sich die Kinder gegenseitig unterstützen können. Erst in der zweiten Tageshälfte geht es in einen gebundenen Unterricht in den gleichen Altersklassen über.

Kinder lernen hier spielerisch und können mit all ihren Sinnen erkunden. Montessori Schulen sind vor allem für Kinder ideal, die von Anfang an selbstbestimmt erzogen werden. Allerdings verlangt das Konzept den Kindern einiges ab, da sie nur wenig Regeln und Strukturen bekommen. Wer unter Konzentrationsschwäche leidet, tut sich möglicherweise auf einer Montessori Schule schwerer, während Kinder, die auf staatlichen Schulen unter Lerndruck leiden, dort eventuell besser klarkommen.

Derzeit gibt es in Deutschland etwa 1000 Montessori Einrichtungen, darunter auch viele Kindergärten. Jeder Abschluss ist möglich.

Der Besuch der Schule ist zumeist mit einem Schulgeld verbunden, welches sich am Einkommen der Eltern ausrichtet und zwischen 100 und 400 Euro monatlich beträgt.

Freinet Schulen

Hierbei handelt es sich um eine reine alternative Grundschulform. Besonderes Augenmerk wird hierbei auf die Individualität der Schüler gelegt. Schwerpunkt des Lernens: Das sich kritische Auseinandersetzen mit der Umwelt. In der Klassengemeinschaft werden Fragen und Themengebiete behandelt, die die Kinder aus dem echten Leben und aus ihrem Alltag kennen.

Auf Freinet Schulen erhalten die Kinder nach der Grundschule eine Empfehlung für eine weiterführende Schule. Freinet Schulen sind staatlich anerkannte Ersatzschulen und meistens wird daher kein Schulgeld fällig.

Freinet Schulen sind für Kinder geeignet, die neugierig sind und viele Fragen zu ihrer Umwelt haben. Man legt Wert auf selbstbestimmtes Lernen. Neugierige Kinder werden dabei motiviert, besonders schüchterne Kinder könnten dabei jedoch überfordert sein.

 

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Weitere alternative Schulformen

Neben den drei genannten Schulformen gibt es noch viele weitere wie die Mehlhornschulen, Club of Rome Schulen, demokratische Schulen etc. Flächendeckend gibt es diese Schularten allerdings noch nicht. Übersichten über alternative Schulen gibt es im Internet, alle haben sich auf ganz unterschiedliche Lernkonzepte und Lehrkonzepte spezialisiert. Es lohnt sich also, sich als Eltern mit diesem Thema intensiv auseinanderzusetzen.

Wie kann ich die richtige Schule für mein Kind finden?

Es hilft alles nichts: durch Einlesen, Informieren und das Prüfen der genannten Schulen auf Herz und Nieren. Interessant sind Schulbesichtigungen und Gespräche mit den Lehrkräften oder den anderen Eltern. Last but not least spielt natürlich auch eine Rolle, ob die jeweilige Schule in Reichweite liegt. Dem Kind ist kein Gefallen getan, wenn es täglich eine Stunde lang Bahn oder Busfahrt hinter sich bringen muss. In ländlichen Gegenden haben sich daher die meisten Schulkonzepte mangels Angebot von vornherein erledigt.

Können Schüler von einer freien Schule auf eine Regelschule wechseln?

Grundsätzlich schon, es kommt aber auf die Art der Schule und das Kind an. In der Übergangszeit kann es Schwierigkeiten geben, weil oftmals eine große Diskrepanz bei der Lehrform besteht.

Was kosten alternative Schulformen?

Ein paar Beispiele wurden bereits genannt, denn für fast alle privaten Schulen gibt es ein Schulgeld, welches zu entrichten ist. Die Kosten dabei können individuell sehr variieren und reichen im günstigsten Fall von 50 Euro bis hin zu 1000 Euro pro Monat.

Auch wenn eine Privatschule besucht wird, garantiert das nicht immer einen Schulerfolg, da das Angebot und auch die Qualität stark schwanken.

Einige Schulformen koppeln das Schulgeld an den Verdienst der Eltern. Die genannten Schulformen gibt es aber zumindest teilweise auch als staatliche Schule, sodass dabei kein Schulgeld anfällt.

Welche Versicherungen werden für Schüler fällig?

Besucht das Kind gerade mal die Grundschule, kann sich MeinPlan Kids, eine flexible Sparform der LV 1871 lohnen. Dabei legen Eltern und/oder Verwandte pro Monat einen bestimmten Betrag zur Seite, der sich dann bis zur Volljährigkeit zu einer hübschen Summe anwächst. Der Nachwuchs hat dann eine solide Grundlage, wenn er die Ausbildung beginnt, wenn das Studium ansteht oder der Umzug in eine eigene Wohnung.

Mein Plan Kids ist eine äußerst flexible Sparform, die einen soliden finanziellen Sockel für Kinder darstellt. Lasse dich am besten zu Mein Plan Kids von uns beraten – finanzieller Background ist gerade für junge Erwachsene eine wichtige Grundlage für das weitere Leben.

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