1 Suchergebnisse gefunden

Wer für sich selbst zu diesem Thema recherchiert, sollte auf die unterschiedlichen Begriffe achten. Witwenrente betrifft die Hinterbliebenen von Ehepartnern, die in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt haben – freiwillig oder als Angestellte. Erfahre hier, wie die Hinterbliebenenversorgung von Beamten in Deutschland gesetzlich geregelt ist.

Bei Hinterbliebenen von Ehepartnern, die Beamte waren, bleibt der Staat als Arbeitgeber in der Versorgungspflicht. Deswegen nennt man die Bezüge abweichend Witwengeld.

Das Pendant zur Rente ist für Beamte die Pension, auch Ruhegehalt genannt.

Einkünfte aus selbständiger oder nichtselbständiger Tätigkeit bezeichnet man als Erwerbseinkommen. Darunter fallen nicht:

  • Einkünfte aus eigenen Immobilien sowie Kapitalvermögen
  • Künstlerische sowie wissenschaftliche Tätigkeiten, einschließlich Vorträge.

Ein grundsätzlicher Anspruch auf Witwengeld besteht, wenn die Dienstzeit des verstorbenen Partners mindestens fünf Jahre und die Ehe mindestens ein Jahr gedauert hat.

Versorgung der gemeinsamen Kinder

Wenn neben einem überlebenden Partner noch Kinder vorhanden sind, die zum Zeitpunkt des Todes das 18. Lebensjahr nicht abgeschlossen haben, so erhalten diese Halbwaisengeld. Sollte der Ehepartner des verstorbenen Beamten – aus welchen Gründen auch immer – nicht berechtigt sein, Witwengeld zu beziehen, erhalten die Kinder Vollwaisengeld.

Sonderfall: spätes Eheglück

Ein Sonderfall stellt die Situation dar, in der die Ehe erst nach dem Eintritt des Verstorbenen in die Pension geschlossen wurde und Letztgenannter zusätzlich das 65. Lebensjahr vollendet hat. Dann kann der hinterbliebene Partner zwar kein Witwengeld mehr erhalten aber einen Antrag auf Unterhalt in Höhe des Witwengeldes stellen. Allerdings sind hier die Regeln in zwei Punkten etwas strenger:Die Ehe muss erstens länger als zwei Jahre Bestand gehabt haben. Dabei geht es nur um den Status. Eine Ehepartnerschaft in Trennung, sogar ein bereits gestellter Antrag auf Scheidung spielen keine Rolle.

Zweitens gibt es eine Begrenzung des Altersunterschiedes. Ist zum Zeitpunkt des Todes der verstorbene Partner älter als 80 Jahre und die Witwe jünger als 35, wird kein Unterhaltsgeld gezahlt.

Höhe des Witwengeldes

Für das Witwengeld wurde 2002 der Prozentsatz von 60 Prozent auf 55 Prozent gesenkt. Dieser Prozentsatz bezieht sich auf das Ruhegehalt, das der Verstorbene zum Zeitpunkt seines Todes erhalten hat (weil schon Pensionär) oder erhalten hätte (wenn noch im Dienst). Das Gleiche trifft auf die Witwenrente zu.

Hinterbliebene, die vor 1962 geboren wurden, erhalten noch den alten Satz (60 Prozent), alle anderen den neuen Satz (55 Prozent). Halbwaisen erhalten zudem 12 Prozent des Ruhegehaltes, Vollwaisen 20 Prozent. Beides gilt bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres. Die Versorgung der Nachkommen kann aber bis zur Erreichung des 27. Lebensjahres fortgeführt werden, sofern die sich noch in einer Ausbildung oder einem Studium befinden.

Geld-hand-klein

Unterschiede zwischen Witwengeld und Witwenrente

Einen Unterschied gibt es hinsichtlich des ehemaligen Sterbegeldes. Bis 2004 bezahlten die Krankenkassen der verstorbenen ein Sterbegeld an die Hinterbliebenen. Das diente vor allem der Abfederung zusätzlicher Belastungen durch Beerdigung und Grabpflege.

Seitdem erhalten hinterbliebene Ehepartner von Beamten im Todesfall einmalig das Zweifache der Dienst- oder Anwärterbezüge des Verstorbenen. Die gesetzliche Rentenversicherung bezahlt den Ehepartnern dagegen nach dem Tod des Versicherten noch weitere drei Monate die volle Rente aus.

Bezieht ein hinterbliebener Ehepartner noch ein eigenes Erwerbseinkommen, egal ob verbeamtet oder nicht, werden diese auf Witwengeld und Witwenrente angerechnet. Allerdings müssen bei einem verstorbenen Beamten mindestens 20 Prozent seiner Pension als Witwengeld erhalten bleiben. Bei der Witwenrente gibt es diesen Mindestbezug nicht.

Anrechnung von Einkommen und Bezügen auf Witwengeld

Abgesehen vom genannten Mindestbezug (20 Prozent) wird die Materie komplizierter, wenn das Witwengeld auf andere Bezüge trifft. Die wichtigsten Konstellationen bei der Hinterbliebenenversorgung für Beamte beziehungsweise Pensionäre:

Witwengeld plus eigenes Erwerbseinkommen

Bedeutet: Der verstorbene Ehepartner war verbeamtet und man selbst ist noch vor Eintritt in das Renten- und Pensionsalter erwerbstätig – egal ob selbständig oder nicht. Hier gilt die Regel der Anrechnung des Witwengeldes auf das eigene Einkommen unter der Prämisse, dass mindestens 20 Prozent des Witwengeldes erhalten bleiben.

Witwengeld plus eigenes Ruhegehalt

Bedeutet: Beide Ehepartner waren Beamte und beziehen eine Pension. Keiner musste deswegen Kürzungen hinnehmen. Nun stirbt einer der beiden und es wird in der Berechnung komplizierter als im Ergebnis.

Denn während der Überlebende Partner das Witwengeld in voller Höhe bekommt, wird seine eigene Pension gekürzt. Wichtig ist aber das Ergebnis. Und der Betrag entspricht der Summe aus dem eigenen, vollen Ruhegehalt und 20 Prozent des Witwengeldes.

Beispiel: Das eigene Ruhegehalt beträgt 2.800 Euro, das Witwengeld beträgt 1.500 Euro. Davon verbleiben 20 Prozent, also 300 Euro. Entsprechend bekommt der verwitwete Partner jetzt einen Versorgungsbezug von insgesamt 3.100 Euro.

Witwenrente plus eigenes Ruhegehalt

Bedeutet: Der verstorbene Ehepartner bezog zum Todeszeitpunkt eine Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung. Der Überlebende ist zu diesem Zeitpunkt Pensionär. Bei dieser Konstellation wird die eigene Pension je nach Höhe auf die zu erwartende Witwenrente angerechnet.

Gesetz zur Beamtenversorgung

Die wichtigste Quelle: Das Beamtenversorgungsgesetz (Beamten-VG) regelt in Abschnitt III (Paragrafen 17-28) auch die Hinterbliebenenversorgung für Angehörige verstorbener verbeamteter Ehepartner. Es ist ein Text, der sich in Gänze wahrscheinlich ausschließlich Juristen erschließt. Wir geben daher einen ersten Überblick über zentrale Aspekte. Die Summe weiterer Varianten und Kombinationsmöglichkeiten scheint endlos.

Beispiele:

  • Der Verstorbene war nicht der erste Ehepartner des Hinterbliebenen. Es treten mehrere Versorgungsansprüche auf.
  • Der Verstorbene war während der Dienstzeit vorher schon einmal verheiratet.
  • Der Verstorbene war nicht Zeit seines Lebens Beamter, sondern zuvor auch Einzahler in die gesetzliche Rentenversicherung. Im Falle einer längeren Ehe über die gesamte Zeitspanne treten möglicherweise ebenfalls mehrere Versorgungsansprüche auf.
  • Wenn ein Beamter oder Pensionär an den Folgen eines Dienstunfalls verstirbt, gelten gesonderte Berechnungen und Ansprüche.
  • Es gibt Beamte des Bundes und der Länder. Zu nicht wenigen gesetzlichen Regelungen gibt es Ausnahmen in einzelnen Bundesländern.

Zum Zeitpunkt dieses Artikels war der aktuelle Gesetzesstand vom 12. Mai 2021.

Schwager, Schwägerin, Schwiegermutter – gibt es hier eine Erbfolge?

Wie sieht die Erbfolge aus, wenn kein Testament vorliegt? Und kann die Schwiegermutter unter Umständen erben? Wir geben Aufschluss....
Weiterlesen

Digitaler Grabstein – Ein QR-Code auf dem Grabstein

Unsere Welt verändert sich. Sie wird zweifellos zunehmend digitaler und das zeigt sich -auch wenn es sich seltsam anhören mag – sogar beim Sterben. Die...
Weiterlesen

Die häufigsten Todesursachen in Deutschland

Was waren, neben Corona, die häufigsten Todesursachen im Jahr 2020? Woran sterben die Menschen am meisten? Wir geben Aufschluss....
Weiterlesen

Online Trauern: Wie Die Digitalisierung das Trauern verändert

Online-Traueranzeigen, Gedenkseiten und Trauer-Podcasts: Lese hier wie Betroffene und Angehörige Trost im Internet finden können....
Weiterlesen
LV 1871
Versicherungen

Sterbegeldversicherung ohne Wartezeit

Unter der Wartezeit versteht man üblicherweise die Zeit zwischen dem vertraglich festgelegten Beginn der Versicherung und dem ersten Tag, ab dem eine Versicherungsleistung in Anspruch...
Mehr erfahren
weitere Artikel laden...
Ihre Anmeldung konnte nicht gespeichert werden. Bitte versuchen Sie es erneut.
Ihre Anmeldung war erfolgreich.

Newsletter alle 14 Tage

Werden Sie Teil der Community

 Ja, ich möchte den Vorsorgeweitblick-Newsletter mit den aktuellsten Beiträgen und ausgewählten Produktinformationen der LV 1871 kostenfrei und jederzeit widerruflich abonnieren. Ich bin damit einverstanden, dass meine Daten zum Zwecke der Newsletterversendung und zur Analyse meines Nutzerverhaltens verarbeitet werden. Die Hinweise zum Datenschutz habe ich zur Kenntnis genommen. (*Pflichtfelder) 

Wir verwenden Sendinblue als unsere Marketing-Plattform. Wenn Sie das Formular ausfüllen und absenden, bestätigen Sie, dass die von Ihnen angegebenen Informationen an Sendinblue zur Bearbeitung gemäß den Nutzungsbedingungen übertragen werden.

So steht es um die finanzielle Bildung in Deutschland

In vielen Lebenslagen ist ein gewisses Maß an finanzieller Bildung unerlässlich. Aber wie steht es eigentlich um die finanzielle Bildung in Deutschland?...
Weiterlesen

Mit diesen Versicherungen kommst du gut durch den Winter

Die kalte Jahreszeit birgt auch viele Risiken und Gefahren. Hier erfährst du, welche Versicherungen im Winter daher besonders sinnvoll sind....
Weiterlesen

Das gilt es bei einem Sabbatical zu beachten

Ein Sabbatical kann auf unterschiedlichste Art und Weise genutzt werden. Welche Möglichkeiten es gibt und was man unbedingt beachten sollte, erfährst du hier....
Weiterlesen

Wie viel Geld braucht es eigentlich im Alter?

Im Rentenalter hat man endlich mehr Zeit für neue Hobbys und Reisen. Aber wie sieht es mit den Finanzen aus? Welche Kosten kommen dazu? Und...
Weiterlesen

Die Deutschen werden immer älter – so steht es um die Lebenserwartung

Immer mehr Menschen werden über 100 Jahre alt. Aber woran liegt die steigende Lebenserwartung und welchen Einfluss hat sie auf die finanzielle Lage im Alter?...
Weiterlesen
weitere Artikel laden...