Bei einem Sabbatjahr handelt es sich um eine berufliche Auszeit bzw. einen Ausstieg auf Zeit. Allerdings muss es sich dabei nicht zwingend um ein ganzes Jahr handeln, viele planen ein Sabbatical auch nur drei Monate lang oder aber sogar länger als ein Jahr. Aber was genau muss man beachten, wenn man ein Sabbatjahr plant? Wann muss es dem Arbeitgeber gemeldet werden und welche Modelle gibt es?

Ein Sabbatical ist eine längere Auszeit, bei der die persönlichen Ressourcen wieder aufgeladen werden können.Sabbatjahr geplant?

Viele Menschen planen ein Sabbatjahr, um ihr Leben, wie es derzeit ist, zu ändern, ihm eine Wendung zu geben oder auch neue Erfahrungen zu sammeln. Es bedeutet eine Pause vom stressigen Alltag, egal, ob man diese Zeit nun im Ausland verbringt oder sich zuhause intensiv um seine Familie kümmern will. Auch Studenten oder Abiturienten nutzen die Möglichkeit eines Sabbatjahres oft nach der Schule oder nach dem Studium.

Woher stammt eigentlich der Begriff Sabbatical?

Der Begriff Sabbat stammt aus der Tora, in der dieses Jahr das siebte einer Reihe darstellt. In diesem Jahr sollen die Äcker brachliegen. Das Sabbatjahr hatte also ursprünglich den Zweck, dass sich die Ressourcen der Erde erholen sollten. Menschen, die sich ein Sabbatjahr nehmen, schonen sozusagen ihre eigenen Ressourcen, nehmen sich ein Jahr Pause und steigen aus dem Hamsterrad Beruf oder Alltag einfach aus. Viele sehen diese Zeit als Zeit der Neuorientierung oder um Kräfte zu sammeln. Auch wenn ein Burnout droht, kann ein Sabbatjahr dazu dienen, sich wieder zu erden, zu sich zu finden und durchzuatmen.

Der Begriff Sabbat kommt übrigens aus dem hebräischen und bedeutet nichts anderes als innehalten.

Bevor das Sabbatjahr „salonfähig“ wurde, existierte es vorwiegend im Bereich der Hochschule, wo man sich eine befristete Freistellung vom Lehrbetrieb nahm, um sich der Forschung zu widmen. Das ist heute anders – immer mehr Menschen denken über einen auf Zeit begrenzten beruflichen Ausstieg nach. Aber warum ist das so?

Gründe für ein Sabbatjahr

Ein Grund für ein Sabbatical ist, so mehr Zeit für die Familie zu haben.Gründe für ein Sabbatjahr gibt es viele: Der eine möchte sich vor allem erholen, der nächste sieht diese Zeit als Möglichkeit, um sich weiterzubilden. Wieder andere engagieren sich sozial oder widmen sich ihrer Familie. Warum man nun genau ein Sabbatjahr plant, das hat also ganz individuelle Gründe.

Gibt es einen Anspruch auf ein Sabbatical?

Nicht jeder hat die Möglichkeit, einfach so ein Sabbatical zu nehmen, schon gar nicht dann, wenn er sich in einer festen Anstellung befindet. Daher stellt sich die Frage nach dem rechtlichen Anspruch. Leider gibt es in Deutschland ganz im Gegensatz zu einigen anderen Ländern keinen gesetzlichen Anspruch auf das Sabbatjahr. Deshalb muss das Vorhaben gut geplant werden. 

Ein Arbeitgeber muss jedenfalls dem Wunsch seines Arbeitnehmers nicht zwingend nachkommen. Manchmal gibt es aber auch Alternativen wie Teilzeitarbeit oder einen längeren Urlaub, was aber natürlich nicht auf dasselbe hinausläuft. In der Regel gestaltet es sich bei größeren Betrieben einfacher als bei kleinen. Bei einem kleinen Betrieb fällt jeder beurlaubte Mitarbeiter ins Gewicht und kann nicht einfach so ersetzt werden. Es gibt auf jeden Fall grundsätzlich ein paar Bedingungen, die erfüllt werden müssen, um das Sabbatjahr überhaupt in Anspruch nehmen zu können.

Bei Beamten funktioniert das einfacher als bei Angestellten: letztere müssen mit ihrem Arbeitgeber über die Art und Dauer der Auszeit verhandeln und brauchen dafür eine längere Vorlaufzeit, zum Beispiel, um Gehalts- oder Zeitkonten aufzufüllen. Auch der Arbeitgeber braucht diese Vorlaufzeit, schließlich muss er sich darum bemühen, die Auszeit des Mitarbeiters zu überbrücken.

Manche Unternehmen gewähren ein Sabbatjahr nur dann, wenn der Mitarbeiter mindestens 3 Jahre im Betrieb ist. Die Vorgaben sind allerdings sehr unterschiedlich – hier hilft nur, sich rechtzeitig zu informieren.

Was sollte vorab geklärt werden?

Bevor also ein Sabbatical angegangen wird, gibt es ein paar wichtige Aspekte zu klären:

  • Wie lange soll es dauern?
  • Wann soll es beginnen?
  • Soll die Arbeitszeit mittels Zeitkonto überbrückt/ ausgeglichen werden?
  • Was passiert mit Krankheitstagen innerhalb des Sabbaticals?
  • Wann erfolgt die Rückkehr an den Arbeitsplatz?
  • Soll während der Auszeit ein Kündigungsschutz gelten?
  • Was passiert, wenn das Unternehmen in dieser Zeit insolvent geht?

Unterschiedliche Regelungen in den Bundesländern bei Beamten

Ist ein Sabbatjahr in Planung, unterliegen Beamte den Regelungen des jeweiligen Landes. Diese fallen von Bundesland zu Bundesland sehr unterschiedlich aus. Mitunter sind sogar mehrjährige Pausen möglich, in Sachsen beispielsweise gibt es überhaupt keine Regelungen oder Einschränkungen.

In der freien Wirtschaft

Vor dem Sabbatjahr gibt es viele organisatorische Dinge zu erledigen.Wer Mitarbeiter von BMW, der deutschen Bank oder Siemens ist, kann sich glücklich schätzen. Diese Firmen bieten ihren Mitarbeitern – so wie insgesamt 15 Prozent der deutschen Unternehmen – nämlich einen Anspruch auf ein Sabbatjahr. Bei den anderen Firmen ist es Verhandlungssache.

Dennoch ist es wichtig zu wissen, dass die Planung eines Sabbatical immer eine ziemlich komplexe Angelegenheit ist. Mitunter kann der Mitarbeiter dann nicht mehr an den gleichen Arbeitsplatz zurückkehren wie zuvor.

Welche Versicherungen werden benötigt?

Passiert in der Zeit des Sabbatical ein Unfall, kann es schnell ziemlich teuer werden. Auch gegen eine Erkrankung muss vorgesorgt werden. Oder wird zum Beispiel in eine bestehende Rentenversicherung ein Jahr lang kein Beitrag eingezahlt, kann sich das im Alter durchaus bemerkbar machen.

Krankenversicherung

Einen Monat nach Beginn des Sabbatical gibt es keinen Versicherungsschutz mehr bei der gesetzlichen Krankenkasse. In der Zeit aber zu einer privaten Krankenversicherung zu wechseln, ist nicht empfehlenswert, weil ein Wechsel zurück sich meistens schwierig gestaltet. Es hilft nur eins: Mit der Krankenkasse über das Problem sprechen. Im Normalfall wird der Arbeitgeber den Arbeitnehmer von der Krankenversicherung abmelden. Dann ist es erforderlich, alternativ für diese Zeit eine Krankenversicherung abzuschließen.

Berufsunfähigkeitsversicherung bei der LV 1871

Was viele nicht bedenken: auch im Sabbatical ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung wichtig. Der Schutz sollte über den Zeitraum weiterlaufen. Ob und wie das möglich ist, kann der Versicherungspolice entnommen werden. Sprich uns in diesem Fall gerne an!

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