Früher galt das als völlig unvorstellbar, mittlerweile aber ist es überhaupt kein Thema mehr: Studieren ohne Abitur ist zur Normalität geworden. Es gibt aber natürlich ein paar Voraussetzungen für all diejenigen, die kein Abitur in der Tasche haben bzw. die an der Abi-Prüfung nicht teilgenommen haben. Möglich ist es aber – man muss nur wissen, wie.

Falls du also kein Abi hast und dennoch auf ein Studium nicht verzichten willst, steht dir nichts im Weg. Ein paar Voraussetzungen musst du erfüllen, schon kannst du auch ohne Abitur studieren.

Die wichtigsten Fragen im Überblick

  •  Warum ohne Abitur studieren?
  • Was kann man ohne Abitur überhaupt studieren?
  • Welche Voraussetzungen muss man erfüllen?
  • Welche Art von Studium ist ohne Abitur möglich?

 Warum ohne Abitur studieren?

Nicht jeder hat die Möglichkeit, die Lust oder die Chance auf ein „normales“ Abitur. Weil man aber heute weiß, dass auch Menschen ohne den Nachweis einer Abiturprüfung in der Lage sind, ein Studium zu meistern, sind die Möglichkeiten vielfältiger geworden. Wer also aus welchen Gründen auch immer kein Abitur hat, muss deshalb nicht zwingend auf ein Studium verzichten.

Bestes Beispiel: Du bist von der Realschule direkt in den Beruf gestartet, weil du eine Ausbildung machen wolltest, statt weiterhin die Schulbank zu drücken. Nun, nach ein paar Jahren, siehst du die Sache ein wenig anders und würdest doch gerne noch ein Studium anhängen. Oder du hast die Fachhochschulreife, dein Wunschstudium gibt es aber nur an der Universität. Es gibt also mehrere und individuelle Gründe dafür, warum manche Menschen auch ohne Abitur studieren wollen.

Während des Studiums Finanzielle Unabhängigkeit zu erreichen? Nicht unmöglich!

Was kann man ohne Abitur überhaupt studieren?

Tatsächlich viel mehr, als die meisten annehmen. Um genauer zu sein, fast alles. Schon seit dem Jahr 2009 wurden die Zugangsvoraussetzungen so weit gelockert, dass auch Menschen, die kein Abitur vorweisen können, dafür aber eine entsprechende berufliche Qualifikation, der Weg an Hochschule oder Universität offensteht. Es gibt mehrere tausend Studiengänge, in die du dich einschreiben kannst, auch ganz ohne Abi. Die Auswahl ist also reichlich, daran sollte es nicht scheitern.

Welche Voraussetzungen gibt es zum Studium ohne Abitur?

Wenn du ohne Abi studieren willst, hast du andere Auflagen, die sich zum Teil von Bundesland zu Bundesland unterscheiden.

In jedem Fall musst du eine abgeschlossene Berufsausbildung nachweisen, plus anschließend ein paar Jahre Berufserfahrung. Meistens sind das zwischen 2 und 5 Jahren. In manchen Bundesländern kannst du dir, wenn du in der Zwischenzeit Kinder bekommen oder Familienangehörige gepflegt hast, diese Zeiten sogar anrechnen lassen.

Ein gutes Beispiel, wann ein Studium ohne Abitur problemlos geht, ist der Meister. Nach abgeschlossener Meisterprüfung ist ein Abitur hinfällig.

Ähnlich sieht es aus, wenn du den Fachwirt in der Tasche hast, den Betriebswirt oder einen vergleichbaren Abschluss im Gesundheitswesen oder im Sozialwesen. Auch Absolventen einer Fachhochschule oder Fachakademie oder Fachschule können studieren ohne Abitur, genau wie auch jene, die zum einen eine mindestens zweijährige Berufsausbildung absolviert und anschließend drei Jahre Berufserfahrung gesammelt haben.

Achtung: Es gibt Unterschiede. Nicht in jedem der genannten Fälle steht dir der Weg zur Universität offen. Als Meister oder Fachwirt kannst du direkt an die Uni wechseln. Wenn du allerdings eine Ausbildung plus Berufserfahrung nachweisen kannst, ist dies gleichwertig mit einem fachgebundenen Abitur. Das heißt, du darfst nur etwas studieren, was einen Bezug zu deiner Ausbildung bzw. zu deinem Beruf aufweist. 

Studieren ohne Abitur: diese Möglichkeiten hast du.

Kleinster gemeinsamer Nenner: Ausbildung plus Berufserfahrung

In allen Bundesländern ist es gleich geregelt, dass eine abgeschlossene Berufsausbildung plus 2 bis 5 Jahre Berufserfahrung reichen, um ohne Abitur studieren zu können. Die Details allerdings sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich.

Gibt es zum Studium ohne Abitur einen Eignungstest?

Nicht generell, aber in manchen Fällen ja. Je nach Bundesland und je nach gewünschtem Studiengang kann es erforderlich sein, einen Eignungstest zu absolvieren und mit Erfolg abzuschließen.

Besonderheit Kunst- und Musikhochschule

Wenn du an einer Musik- oder Kunsthochschule studieren willst, gelten besondere Vorgaben. Hier wird meistens ein Aufnahmetest verlangt, bei dem geprüft wird, ob die Bewerber überhaupt genug Talent für den gewünschten Studiengang besitzen. Im Übrigen ist dieser Test zumeist auch für Bewerber mit Abitur vorgesehen.

Welche Zugangsvoraussetzungen gibt es sonst noch?

In einigen Studiengängen kann ein Numerus clausus vorgeschrieben sein, das heißt, nur Bewerber mit einer bestimmten Abinote werden angenommen. Informiere dich also vorher an deiner Wunschuniversität über die Zugangsvoraussetzungen, vor allem für jene ohne Abitur.

Welche Art von Studium ist ohne Abitur möglich?

In allen Bundesländern ist fast alles möglich. Du kannst sowohl ein Bachelorstudium absolvieren als auch danach einen Master anhängen. Ersterer hat in der Regel eine Dauer von 6 Semestern, während der Masterstudiengang nochmal 2 bis 4 Semester erfordert.

Beim Masterstudium gibt es oft auch die Möglichkeit, dieses berufsbegleitend zu absolvieren.

Auch ein duales Studium ist ohne Abitur kein Problem. Allerdings müssen auch hier die Voraussetzungen erfüllt sein. Bei einem dualen Studium handelt es sich um eine Kombination aus Ausbildung und Studium, das heißt, Praxisphasen wechseln sich mit Theoriephasen an der Universität oder der Hochschule ab. Diese Option besteht übrigens nicht in allen Bundesländern. Für ein duales Studium musst du dich nicht an der jeweiligen Hochschule, sondern bei den Firmen direkt bewerben.

Auch ein Fernstudium ist ohne Abitur möglich, wenn du eine entsprechende Qualifikation wie oben beschrieben vorweisen kannst.

12 Spartipps für Studenten.

Medizin studieren ohne Abitur – geht das auch?

Ja, sogar das ist möglich. Allerdings sind Studienplätze in Medizin knapp, weswegen die Zugangsvoraussetzungen hoch sind. Du musst nicht nur Mittlere Reife, also den Realschulabschluss vorweisen, sondern auch eine medizinische Ausbildung mit einer Dauer von mindestens 2 Jahren, eine Abschlussnote von 2,5 und mindestens 3 Jahre Berufserfahrung im Anschluss daran. Das allein ist aber auch noch nicht ausreichend, da beim Medizinstudium für alle, auch für Abiturienten, noch der Medizinertest ansteht. Dabei handelt es sich um eine Eingangsprüfung, bei der Grundlagen abgefragt werden. Aber auch hier gilt: Die Voraussetzungen unterscheiden sich von Uni zu Uni und von Bundesland zu Bundesland.

Studieren ohne Abitur – ist das die Ausnahme oder die Regel?

Derzeit immer noch die Ausnahme. Aber: Der Anteil derer, die ohne Abitur studieren, wird immer größer. Dennoch beträgt der Gesamtanteil der Studierenden ohne Abitur derzeit immer noch nur ca. 3 Prozent, allerdings mit steigender Tendenz. Im Durchschnitt sind Studierende ohne Abitur 30 Jahre alt, der Anteil an Frauen und Männern ist in etwa gleich hoch.

Ohne Abitur studieren – welche Probleme kann es geben?

Theoretisch ist es also kein Problem, mit den richtigen Zugangsvoraussetzungen ohne Abitur zu studieren. In der Praxis kann es aber doch die eine oder andere Hürde mit sich bringen. Zum Beispiel ist es für die meisten Studenten ein Problem, wenn das gewohnte monatliche Gehalt von heute auf morgen wegfällt. Willst du dir nebenbei etwas verdienen, läuft das auf eine Doppelbelastung hinaus. Allerdings hat die Erfahrung gezeigt, dass diejenigen, die sich später noch für ein Studium entscheiden, dies ganz bewusst tun, sich ins Zeug legen und den Abschluss schnell und mit gutem Ergebnis absolvieren.

Jetzt schon an später denken: BU mit der LV 1871

Wer Berufseinsteiger ist, befasst sich eher ungern mit dem Thema Berufsunfähigkeit. Wozu auch? Berufsunfähig zu werden, das betrifft doch eher die anderen, die älteren, oder? Leider nein. Auch junge Menschen sind nicht davor gefeit, berufsunfähig zu werden, denn einen Unfall oder eine Krankheit kann schließlich jeder erleiden, egal, wie alt er ist.

Und die Gefahr, im Laufe seines Berufslebens berufsunfähig zu werden, ist nicht zu unterschätzen. Man geht davon aus, dass es jeden 4. Arbeitnehmer irgendwann mal trifft, entweder dauerhaft oder vorübergehend seinen Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht ausüben zu können. Ein Burnout ist ein gutes Beispiel dafür, dass es jeden von uns treffen kann.

Bist du dann nicht ausreichend abgesichert, ist guter Rat teuer. Kein Gehalt mehr zu bekommen, kann Existenzprobleme mit sich bringen. Daher solltest du rechtzeitig vorsorgen und eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Studenten abschließen, die auf dich zugeschnitten ist. 

Sprich uns gerne auf das Thema Berufsunfähigkeit an, wir erörtern gemeinsam mit dir, welches Modell sich lohnen könnte und im Zweifelsfall dafür sorgt, dass du finanziell in jeglicher Hinsicht abgesichert bist.

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