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Tod und Trauer werden in der heutigen Gesellschaft häufig aus dem Bewusstsein verdrängt. Während früher die Trauer um die Angehörigen ein normaler Prozess war, der gemeinsam durchlebt wurde, ist das bewusste Auseinandersetzen mit dem Tod heute keine Selbstverständlichkeit mehr. Und nicht immer verfügen Trauernde über das erforderliche soziale Netzwerk aus Angehörigen und Freunden, das sie in einer solchen Situation auffängt. Viele möchten aber auch einfach nur „funktionieren“ und möglichst schnell zur Normalität zurückkehren. Den Verlust von engen Angehörigen, Partnern oder Freunden schrittweise zu verarbeiten, ist allerdings Voraussetzung dafür, langfristig auch nach dem Tod eines geliebten Menschen gesund und stabil zu sein. Denn verdrängte Trauer kann sich manifestieren und krankmachen und in der Folge meist nur mit Hilfe einer Psychotherapie wieder geheilt werden.

Trauerbegleitung als unterstützendes Angebot für Hinterbliebene

Für Menschen, die mit der Trauerarbeit überfordert sind, niemanden zum gemeinsamen Trauern haben oder die mit erschwerter Trauer wie beispielsweise durch einen Mord oder Suizid zurechtkommen müssen, gibt es deutschlandweit Angebote zur Trauerbegleitung oder Trauerberatung.

Ziel der Trauerbegleitung ist es, den Hinterbliebenen in ihrem Trauerprozess unterstützend und niedrigschwellig zur Seite zu stehen. Das bedeutet, dass die Begleitung sich an den Bedürfnissen, Gefühlen und Phasen der Hinterbliebenen orientiert und keine vorgezeichneten Wege oder Methoden angewendet werden. Trauer ist immer individuell. Jeder Mensch benötigt unterschiedlich lange, um einen Verlust zu verarbeiten.

Inhalte der Trauerbegleitung

Auch die Hilfsmittel, die es braucht, um den Tod zu verarbeiten, sind unterschiedlich: Dem einen helfen lange Spaziergänge, dem anderen künstlerische Ausdrucksmöglichkeiten wie Malen oder auch Rituale wie Tagebuch oder Briefe schreiben. Aufgabe des Trauerbegleiters oder Trauerberaters ist es, dem Betroffenen zu helfen, den optimalen Weg für sich zu entdecken und anzuwenden.

Am wichtigsten ist es jedoch, dem Trauernden ein hilfreicher Gesprächspartner und vor allem Zuhörer zu sein. Angehörige und Freunde sind oft überfordert, wenn es darum geht, Halt zu geben und die vielen verschiedenen, oft parallel auftretenden Gefühle aufzufangen. Häufig wissen sie nicht, wie sie reagieren oder was sie sagen sollen und ziehen sich eventuell sogar von den Trauernden zurück. Diese Lücke schließt ein Trauerbegleiter.

Wichtigste Voraussetzung für eine gelingende Trauerbegleitung ist, dass die Trauernden sie von sich aus in Anspruch nehmen möchten. Dafür gibt es auch keinen pauschal bestimmbaren Zeitpunkt. Manche Trauernde benötigen erst Jahre nach dem Verlust eine Begleitung, andere möchten das Angebot schon dann nutzen, wenn die Angehörigen noch im Sterben liegen. Letztere Situation kann eine zusätzliche Belastung für die Trauernden sein, da hier unter Umständen das schlechte Gewissen mitschwingt: So lange die Angehörigen am Leben sind, wollen sie nicht daran denken, dass diese bald sterben werden und was dann sein wird; sie wissen nicht, wie sie mit den Sterbenden umgehen und sprechen sollen. Auch in diesen Belangen kann Trauerberatung eine Hilfe sein.

 

Arten der Trauerbegleitung

Trauerbegleitung hat viele Formen – sie findet nicht nur in der Einzelbetreuung mit dem jeweiligen Trauernden statt. Für Hinterbliebene kann es eine große Milderung ihres Schmerzes bedeuten, mit anderen Trauernden in Kontakt zu kommen und gemeinsam Erfahrungen auszutauschen, einander zu stützen und zu erleben, dass sie nicht allein sind. Die Angebote sind vielfältig.

Selbsthilfegruppen und Trauercafés ermöglichen den Trauernden den Austausch, wenn dieser mit Familie oder Freunden nicht möglich ist. Meist finden die Trauercafés ein Mal im Monat statt. Im Internet können Trauernde sie leicht in ihrer näheren Umgebung finden. Teilweise werden sie aber auch von Hospizen angeboten.

Wer sich lieber schriftlich über seinen Verlust austauschen möchte, dem stehen Trauer-Chats zur Verfügung. Auch hier gibt es unterschiedliche Formen: Trauernde haben einerseits die Möglichkeit, mit speziell ausgebildeten Trauerbegleitern oder Psychologen und Therapeuten zu sprechen. Andererseits gibt es Chats, in denen sie – wie im Trauercafé – mit anderen Menschen sprechen können, die in jüngerer Vergangenheit ebenfalls einen Angehörigen verloren haben.

Kindertrauerbegleitung

Trauerbegleitung gibt es auch für Kinder. Sie trauern ganz anders als Erwachsene, was für Eltern manchmal eine Herausforderung bedeuten kann – umso mehr, da sie oft selbst sehr unter dem Verlust leiden. Kinder machen die gesamte Bandbreite der Gefühle durch – von sehr freudig bis tieftraurig – und das nicht immer in Phasen, die für die Erwachsenen nachvollziehbar sind. So können sie beispielsweise während der Bestattung desinteressiert wirken, sich zu einem späteren Zeitpunkt aber auf den Boden werfen und heftig weinen.

Plüsch- und Haustiere sind für Kinder ein wichtiger Begleiter bei der Trauerarbeit. Das ist für das Verarbeiten zu Hause innerhalb der Familie wichtig, wird aber auch in Trauergruppen eigens für Kinder eingebunden. In diesen Trauergruppen geben feste Rituale den Kindern Halt. Sie haben aber auch genügend Freiraum, um einerseits zu spielen und kreativ zu sein und sich andererseits mit dem Verstorbenen zu beschäftigen, indem sie sich beispielsweise überlegen, wo dieser jetzt sein könnte. Darüber hinaus haben sie jederzeit die Möglichkeit, mit Trauerpädagogen und Trauerpädagoginnen sowie Trauerbegleitern über ihre Trauer zu reden.

Wer bietet Trauerbegleitung an?

Der jeweilige berufliche Hintergrund der Trauerbegleiter oder Trauerberater ist unterschiedlich – oftmals bringen sie bereits Erfahrung aus dem Bereich mit. Eine Weiterbildung auf den Gebieten Sterbebegleitung und Trauerbegleitung machen häufig Mitarbeiter aus dem Friedhofswesen wie Bestatter und Friedhofsmeister. Aber auch Hospizmitarbeiter, Altenpfleger und Seelsorger sind darunter.

Oftmals sind es aber auch Menschen, die bisher keinen entsprechenden Beruf ausgeübt haben, sondern durch persönliche Erlebnisse ihren Weg in die Trauerbegleitung gefunden haben. Beispielsweise haben diese selbst einen engen Angehörigen verloren und den Verlust auf ihre Weise verarbeitet – ein Erlebnis, das sie dazu veranlasst hat, Menschen bei der Trauerarbeit zu helfen.

Trauerbegleiter und Trauerberater sind keine geschützten Berufe. Theoretisch kann sich jeder so nennen und entsprechende Dienste anbieten. Trauernde, die Unterstützung benötigen, sollten sich daher genau darüber informieren, welche Ausbildung der jeweilige Trauerbegleiter hat. Diese sollte idealerweise mehrere Jahre in Anspruch genommen haben.

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