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Was passiert nach dem Tod? Darüber ist sich die Menschheit nicht einig. Die einen sprechen von Wiedergeburt, die anderen von einem Leben nach dem Tod und wieder andere sagen, danach wäre alles aus. Die Mythen sind unzählig. Man sollte meinen, dass das Leben für die Hinterbliebenen leichter zu erklären wäre und frei von solch falschen Annahmen.

Verlieren wir eine geliebte Person, trauern wir. Das ist aber nicht so geradlinig, wie oft porträtiert. Um die Trauer selbst ranken sich beinahe genauso viele Mythen, wie um den Tod. Viele geboren aus gesellschaftlichen Konventionen. Viele aus dem Versuch, die Trauer zu erklären, und viele aus dem Wunsch, den Trauernden zu helfen. Hier ein paar gängige Klischees und Legenden rund um Trauer, Verlust und Bewältigung.

Trauer verläuft in Phasen

Im Jahr 1969 stellte die Psychiaterin Elisabeth Kübler-Ross ihr bekanntes Phasen-Modell der Trauer auf. Nach dem verläuft Trauer nach dem Schema: Verleugnung, Wut, Verhandlung, Depression, Akzeptanz.

Dieses Modell ist kaum empirisch bestätigt und trotzdem mittlerweile tief in unserer Arbeit mit Trauer verankert. Dadurch ist es nicht nur inkorrekt, sondern kann sogar Schaden anrichten. Viele Menschen gehen mit Verlust eben nicht nach Lehrbuch und in fünf Phasen um. Sie sind traurig, wütend, akzeptieren und sind dann wieder wütend oder verspüren Emotionen oder Zugänge, die Kübler-Ross gar nicht erwähnt.

Trauer dauert ein Jahr

Die Dauer von Trauer zu beziffern, ist nicht weniger umstritten als das Phasenmodell. Seit dem römischen Reich wird ungefähr ein Jahr als „akzeptable Trauerzeit“ angegeben. Das hat aber nur wenig mit der Realität zu tun, wie auch diverse Studien bestätigen.

Eine Studie gibt die Zeitdauer für die Trauer tatsächlich mit bis zu ungefähr einem Jahr an. Damit ist aber nicht der ganze Prozess abgeschlossen. Stattdessen sollte man diesen Zeitraum eher mit der „Kernphase“ gleichsetzen. Das ist also jene Zeit, in der die Trauer am heftigsten ist.

Eine andere Studie beschreibt einen Höhepunkt nach vier bis sieben Monaten, gefolgt von einem langsamen Zeitraum der Besserung, die über zwei Jahre andauert. Auch hierbei handelt es sich nur um einen Durchschnittswert. Es ist also völlig normal, wenn man nicht in diesem Zeitraum bleibt. Hinzu kommt, dass der Trauerprozess oft nie wirklich abgeschlossen ist. Verlust muss lange und aufwendig verarbeitet werden.

Kinder sollte man vor dem Tod schützen

Kinder muss man schützen. Das stimmt. Sie vor dem Tod zu schützen, indem man sie anlügt oder ihnen Dinge verschweigt, hat damit aber nur wenig zu tun. Im Gegenteil. Es nimmt ihnen die Möglichkeit zu lernen, wie man richtig mit Verlust umgeht.

Anstatt ein einschneidendes Erlebnis also zu verschweigen, sollte man offen mit dem Kind darüber sprechen. Am besten jemand, der ihm nahesteht. Die Fragen und die Gefühle des Kindes sollten dabei akzeptiert und beantwortet werden. Auch gemeinsames Weinen ist völlig in Ordnung.

Kleines Mädchen schaut traurig aus dem Fenster

Alle müssen Trauerarbeit leisten

Eines vorweg: Sich mit seinen eigenen Gefühlen auseinanderzusetzen, ist nie schlecht. Spricht man von Trauerarbeit, ist aber mehr gemeint als der gesunde Umgang mit ihnen. Sie bezeichnet das Durcharbeiten von Trauer, damit man überhaupt dazu in der Lage ist, sie zu bewältigen.

Man kann Trauer aber auch ganz natürlich angehen. Man kann sich immer wieder von der Trauerbewältigung selbst ablenken. Hobbies, Alltag, Arbeit und ein Blick nach vorne können genauso wichtig sein wie die Beschäftigung mit dem Verlust. Wirkliche Trauerarbeit hat aber trotzdem ihren Platz. Vor allem bei Menschen, die den Schmerz aktiv vermeiden, den Tod nicht akzeptieren wollen oder sich – in schlimmen Fällen – sogar Illusionen hingeben.

Alle müssen ihre Trauer herauslassen

Wer nicht weint, wer nicht brüllt und wer nicht seine Knie umklammert, der ist nicht traurig. Wer nicht seine eigene Trauer zeigt, der ist nicht traurig. So zumindest das Klischee. Wie so oft hat aber auch dieses Klischee nicht wirklich etwas mit der Realität zu tun. Nicht alle Leute können ihre Trauer auf die gleiche Art erleben.

Für manche ist es wichtig, zu weinen. Allerdings empfinden alle ihre Trauer anders und unterschiedlich intensiv. Manche müssen bei der Verabschiedung weinen, manche erst später in einem privaten Moment. Einige Menschen weinen gar nicht, sondern werden stattdessen melancholisch und nostalgisch. Wir können auch – trotz der Trauer – Freude empfinden. Es macht uns nicht zu schlechten Menschen oder Hinterbliebenen.

Nur beim Tod eines geliebten Menschen trauert man wirklich

Wer trauert, bekommt oft das Gefühl vermittelt, die eigene Trauer wäre nicht valide. Nur wenn man einen geliebten Menschen verliert, könne man echte Trauer empfinden. Das ist nicht wahr und kann bei unsicheren Menschen zu unterdrückten Gefühlen führen. Es gibt eine Vielzahl an Gründen für Trauer und alle sind gleich gerechtfertigt.

Der Verlust eines Haustiers, ein Umzug, eine Trennung – auch nur für einen kurzen Zeitraum: Jeder Grund für Trauer ist echt und wichtig, wenn die trauernde Person ihn als solchen empfindet. Immerhin hat eine finnische Studie bereits herausgefunden, dass sogar beim Hören trauriger Lieder echte Trauer aufkommen kann.

Zentral bei all den Mythen ist der Gedanke, dass es eine richtige Art gibt, wie man zu trauern habe. Doch viele Studien belegen, dass Trauer und Trauerbewältigung so verschieden sind, wie wir Menschen. Manche trauern lang und allein, manche kurz und gemeinsam. Manche trauern intensiv, manche nicht. Alle Arten sind in Ordnung.

Wichtig ist nur, dass wir unsere eigene Art zu trauern finden und uns nicht einreden lassen, dass diese falsch wäre. Denn auch wenn nicht klar ist, was nach dem Tod mit den Verstorbenen geschieht: wir bleiben hier und müssen einen Weg finden, damit umzugehen.

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